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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Geschichte der Juden.

Volksfest (8imolmt Lst iin-8oboöt>n), von dem mon später sagte, werdiese Freude nicht gesehen, habe noch nie eine glänzende Volksfeiererlebt. In den Nächten vom ersten Festtage an war der Tempelbergso hell erleuchtet, daß die ganze Stadt wie von einem Feucrmeer er-glänzte, und die Nacht war zum Tage erhellt. Alles Volk drängtesich zum Tempelberge, um dem Schauspiele beizuwohnen oder sich da-bei zu beteiligen. Die ernstesten Personen ließen sich herbei, Be-lustigungen zum besten zu geben und Fackeltänze aufzuführen. DiesesFreudengetöse dauerte die ganze Nacht; niemand dachte an den Schlaf.Für die Frauen wurde eine eigene Gallerie erbaut, damit sie, getrenntvon den Männern, zuschauen könnten.

Die Lust wechselte mit dem feierlichen Gesang von Psalmen ab.Sämtliche Leviten, welche in Jerusalem anwesend waren, füllten diefünfzehn Stufen, welche vom Frauenvorhofe zum höher gelegenenMännervorhofe führten, sangen fünfzehn Psalmen in Begleitung vonvielen Harfen und Nablien, unterstützt von Hellen Knabenstimmen.In den letzten der fünfzehn davon genanntenStufenpsalmen"forderten die Leviten das im Tempelvorhofe anwesende Volk auf,seinerseits den Herrn zu Preisen. Dieser Psalm wurde damals zudiesem Zwecke gedichtet^).

Nun preiset den Herrn, alle ihr Knechte des Herrn,

Die ihr stehet in dein Tempel des Herrn in den Nächten,

Erhebet eure Hände zum Heiligtum und preiset den Herrn,

Es segne dich der Herr von Zion ans,

Der Schöpfer des Himmels und der Erde."

Darauf trat ein Vorbeter vor und forderte die Anwesende» auf,in zwei Psalmen Gott von Zion aus zu Preisen; diese zwei Psalmenwurden ebenfalls damals gedichtet:

Halleluja! Lobet den Namen des Herrn, lobet, ihr Knechte des Herrn,

Die ihr stehet im Tempel des Herrn, in den Borhöfen unseres Gottes.

Lobet den Herrn, denn er ist gütig,

Lobsinget seinem Namen, denn er ist lieblich,

Denn Jakob hat sich der Herr auserkoren, Israel zu seinem Eigentum."

Der erste dieser beiden Gemeindepsalmen erinnert an GottesAllmacht in der Natur und an seine Wunder für Israel in der Vor-zeit, bis er ihm das heilige Land zum Eigentum gegeben. Er er-innert auch an die Nichtigkeit der Götzen, das Händewerk von Menschen,

Vergl. Graetz, Kommentar zu den Psalmen S. 48, 57, 77, 658 fg.