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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Geschichte der Juden.

Bau, deu ihre Vorfahren mit ihrem Blute aufgeführt, durch blindeLeidenschaftlichkeit so sehr erschüttert, daß es wunderbar erscheint, wieer den wiederholt auf ihn geführten Stößen noch so lange widerstehenkonnte. Die Spaltung des Reiches in Juda und Israel unterRehabeam und Jerobeam wiederholte sich in der erbitterten Parteiungder Pharisäer und Sadduzäer.

Alexander aber sah den Riß nicht, den seine Hand dem Staats-gebäude in kindischer Verblendung beigebracht hatte; er trug sich viel-mehr noch immer mit hochfliegenden Plänen, die Landesgrenzen zuerweitern, ohne zu bedenken, daß, nachdem einmal das einträchtigeZusammenwirken von Fürst und Volk dahin war, der größere Umfangdes Staates mehr dazu führen könnte, das Vaterland zu schädigenals zu kräftigen. Er hatte aber nichts anderes im Auge, als seineKriegslust zu befriedigen, und richtete seine Unternehmungen gegendas transjordanische Land im Osten des toten Meeres, das nochimmer den Namen Moabitis führte, und gegen den Landstrich imSüdosten des Tiberiassees, welcher Galaditis oder auch Ganlanitishieß. Den ganzen Bezirk umfaßte aber auch der gemeinschaftlicheName Arabien, weil die nabatäisch-arabischen Könige von Petra, derehemaligen idumäischen Hauptstadt, anch ans diesen Landesteil Anspruchmachten. In Ganlanitis eroberte Alexander unter andern auch dieStadt Amathns am Jordan und rächte die Niederlage, die er einigeJahre vorher gegen Theodoros an diesem Orte erlitten hatte. Alleinals er in seinen Eroberungen fortschreiten wollte, warf sich ihm dernabatäische König Obeda (oder Oboda) entgegen und lockte ihn inein unwegsames, von Schluchten zerrissenes Terrain, wo AlexandersHeer völlig aufgerieben wurde, und er selbst nur mit dem nacktenLeben nach Jerusalem entkommen konnte (um 94'). In Jerusalemerwartete ihn die Erbitterung der Pharisäer, die das Volk bis zurEmpörung gegen ihn anfgestachelt hatten. Es erfolgten sechs Jahrehintereinander (94 bis 89) blutige Aufstände und innere Kämpfe,durch die das jndäische Land zur Ohnmacht herabsank. Jeden Auf-stand unterdrückte zwar Alexander durch die fremden Mietstrnppen;aber die Metzeleien, die dabei vorkamen, gaben immer wieder Stoff zuneuen Aufständen. Am Ende war Alexander von diesen Reibungenso erschöpft, zumal er durch die innern Unruhen in den Unter-nehmungen nach außen gelähmt war, daß er den Pharisäern die Handznm Frieden zu reichen sich gezwungen sah. Jetzt war es diePharisäerpartei, die in blinder Wut die Friedenshand znrückstieß und

9 Jossphus das. t3, 5.