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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Alexanders Grausamkeit gegen die Pharisäer. 129

einen Verrat an dem Lande beging, der ewig ein Schandfleck dieserPartei bleiben wird. Auf Alexanders Anfrage, welche Friedens-bedingungen sie anfstellen, erwiderten die pharisäischen Führer: dieerste Bedingung zu einem dauernden Frieden sei sein Tod^). Heim-lich hatten sie sogar mit dem damaligen König von Syrien, Eukäros, dem vierten von den fünf hinterlassenen Söhnen des AntiochosGrypos, welcher im Kriege mit seinem Bruder Philippos stand undin Damaskus residierte landesverräterische Unterhandlungen ge-pflogen, ein syrisches Heer in Judäa einrücken zu lassen, und ver-sprochen, mit ihren Anhängern zu ihm zu stoßen, um Alexander zudemütigen. Ans die Nachricht von Eukäros Einfall ins Herz vonJudäa mit vierzigtausend Mann Fußvolk und dreitausend Reiternrückte ihm Alexander bis Sichern mit zwanzigtansend Fußgängernund tausend Reitern entgegen. In dem blutigen Treffen bei Sichernkämpften Judäer gegen Jndäer und Griechen gegen Griechen, indembeide Heere ihrem Anführer treu blieben und sich zu keinem Abfallverleiten ließen. Die ans beiden Seiten blutige Schlacht entschied zuGunsten des Eukäros, und Alexander war durch den Verlust allerMietstruppen genötigt, im Gebirge Ephraim flüchtig nmherzuirren

Sein trauriger Fall erweckte ihm wieder das Mitleid des Volkes;sechstausend seiner pharisäischen Gegner verließen das syrische Lagerund gingen zu Alexander über, wodurch Eukäros in die unangenehmeLage versetzt war, Judäa verlassen zu müssen. Die wütendstenPharisäer setzten nichtsdestoweniger den Kampf gegen ihren Feindfort; in einem Treffen besiegt, warfen sie sich in eine FestungBethome^), wurden aber von Alexander zur Übergabe derselbengezwungen. Alexander ließ sich vom Rachegefühl und von der Über-redungsgabe seines saddnzäischen Günstlings Diogenes Hinreißen,achthundert gefangene Pharisäer an einem Tage ans Kreuz zu schlagenium 88). Übertreibend erzählte man sich später, Alexander habe so-gar die Frauen und Kinder der zum Tode Verurteilten vor ihrenAngen hinschlachten lassen und habe diesem blutigen Schauspiele beieinem Schmause, von Buhlerinnen umgeben, zugesehen ^). Indessenbedurfte es nicht dieses Übermaßes von Grausamkeit, um ihn mit demSchimpfnamenThraziers" zu brandmarken; die Kreuzigung von

i) Josephus das. Das. 14, 1 2.

b) Vielleicht Lexliar-Itdoms; nach einer anderen L.-A. Ls-Nssslis; jnd.Krieg I, 4, 6. sEine Vermutung Furrers s. bei Schürer I 282.)

') Jos. das. 14, 2.

") Das. die Benennung: l-'ar. . . . ai'rdv örro roll" '/ai'ltalkiiv

scheint eine andere Bedeutung zu haben als Thrazier, vielleicht vonPie:schlagen".

Eractz, Geschichte der Juden. III. !>