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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Alexanders Bruch mit den Pharisäern. 127

der achtundzwanzigste Tebet (Januar, ungefähr 100), an welchem derhohe Rat von saddnzäischen Mitgliedern ganz gesäubert war, wurdeals Gedenktag festlich begangen Z.

Diese neutrale Stellung Alexanders gegen die Parteien dauertejedoch nur so lange, als seine gefährdete Lage seine Aufmerksamkeitvon den inneren Angelegenheiten abzog. Sobald er aber als Siegerund Eroberer so vieler Städte und Gebietsteile heimkehrte und sichmit aufgeblähtem Dünkel als unumschränkten Herrn und Gebieter be-trachtete, änderte sich das Verhältnis. Sei es nun, daß der wieder-erworbene Einfluß der Pharisäer seiner Macht im Wege war, oderdaß er die für Kriege brauchbaren Sadduzäer belohnen und an sichfesseln wollte, oder daß ihn sein Günstling, der Sadduzäer Diogenes,dessen Ratschläge eben so verderblich für Alexander wie für die Wohl-fahrt des Landes waren, für das Saddnzäertnm einzunehmen gewußthatte: genug, Alexander trat mit einem Male als entschiedener Gegnerder pharisäischen Lehre auf und gab dieses auf eine sehr verletzendeWeise kund. Als er einst am Hüttenfeste als Hoherpriester fungierte,sollte er einem alten Brauch zufolge aus einer silbernen Schale Wasserals Sinnbild der Fruchtbarkeit, auf den Altar gießen. Aber um diesevon den Pharisäern geltend gemachte religiöse Sitte geflissentlich zuverhöhnen, goß er das Wasser zu seinen Füßen nieder. Mehr brauchtees nicht, um den Unwillen der im Tempelvorhofe anwesenden Volks-menge zu reizen. Mit rücksichtsloser Erbitterung warfen die Anwesendendie Festfrüchte (Ltro§), welche sie in Händen hatten, nach dem ketzerischenKönig und beschimpften ihn als einen unwürdigen Hohenpriester, alsden Enkel einer Gefangenen^). Dieser Vorfall hätte Alexander dasLeben gekostet, wären nicht die pisidischen und cilicischen Soldtruppenschnell herbeigeeilt, um auf die Aufständischen einzuhanen. Nahe ansechstausend Mann verloren dabei ihr Leben im Tempel (um 95).In der Hitze des Kampfes wurde auch der Altar verletzt; eine seinerSpitzen wurde zerbrochen. Um ähnlichen Auftritten für die Zukunftvorzubeugen, ließ Alexander das Volk vom Betreten des Vorhofes derPriester, wo der Altar stand, durch eine Scheidewand ausschließen ^).Diese Vorgänge, bei denen die Schuld auf beiden Seiten gleich war,erzeugte einen unversöhnlichen Haß zwischen dem König und demPharisäertums, welcher der judäischen Nation Ströme von Blut kosteteund sie so sehr schwächte, daß sie einem kräftigen Andrang von außenkeinen gleich kräftigen Widerstand entgegen zu setzen vermochte. Sohatten die Hasmonäernachkommen schon im dritten Geschlechts den

1) Note 1, No..

2) Josephus Altertümer XIII, 13, S. Vergl. Note 13. ^) Jos. das.