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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Geschichte der Juden.

zu halten, und die Königin, die seinen Aufenthalt kannte, verriet ihnnicht. Da traf es sich, daß parthische Gesandte an Alexanders Hofkamen und vom König zur Tafel geladen, bei dem Gelage die An-wesenheit Simons vermißten, an dessen Weisheit sie sich bei frühererGelegenheit ergötzt hatten. Alexander wollte ihnen zu Liebe denPharisäischen Weisen wieder an seine Tafel ziehen und bat die Königin,ihn dazu zu bewegen. Die Königin tat es aber nicht eher, als bisihr königlicher Gemahl ihr das Versprechen gegeben hatte, daß er demFlüchtlinge nichts zuleide tun werde. Ans das Zureden der Königinerschien Simon wieder bei Hofe und setzte sich mit einer Art Selbst-bewußtsein zwischen das Königspaar. Auf Alexanders Verwunderungüber die Anmaßung erwiderte er:Die Weisheit, der ich diene, ge-währt mir den Rang, mich Königen gleichzustellen" ^).

Simon scheint von Alexander als Vermittler zwischen den nochimmer zurückgesetzten Pharisäern und den im Besitze der Ämter be-findlichen Sadduzäern verwendet worden zu sein. Der hohe Rat warnoch seit Hyrkans Abfall vom Pharisäertum von sadduzäischen Mit-gliedern besetzt, und solange diese Bevorzugung der einen Parteigegen die andere fortdauerte, schien eine Versöhnung und ein ruhigerZustand unmöglich zu sein. Der König mag daher vom Wunsche be-seelt gewesen sein, eine Ausgleichung des Streites durch die Gleich-berechtigung beider Parteien zu Ämtern und Würden herbeizuführen.Allein die Pharisäer weigerten sich, mit ihren Gegnern gemeinsam zufungieren und leisteten leidenden Widerstand. Nur Simon ben Schetachließ sich in den Schoß des sadduzäischen Kollegiums aufnehmen, aller-dings mit dem Hintergedanken, dasselbe nach und nach von seinensadduzäischen Mitgliedern zu säubern. Dieses Ziel erreichte er da-durch, daß er die Sadduzäer in verfängliche Fragen verwickelte, so daßsie bei deren Lösung mit ihrem Priuzipe in Widerspruch gerieten.Sich auf das sadduzäische Prinzip berufend, daß nur solche Gesetzegiltig seien, deren Ursprung im Peulateuche deutlich angegeben ist,fragte er sie, wie sie in solchen Fällen entscheiden würden, wo dasGesetz schweigt, ob sie nicht auch zu deni Brauche, also zur Über-lieferung, Zuflucht nehmen würden. Die Sadduzäer hatten für solcheFragen keine Antwort, und auf diese Weise setzte Simon den saddu-zäischeu Führern so viel zu und beschämte sie in Gegenwart desKönigspaares, so oft dieses den Sitzungen beiwohnte, so tief, daß siesich nach und nach zurückzogen. Die leer gewordenen Stellen besetzteSimon allmählich mit Pharisäern, bis der hohe Rat wieder gänzlichdas Organ der Pharisäischen Lehren geworden war. Und dieser Tag,>) Note 13.