Simon den Schetach.
125
einflußreichen Jndäers an seine Nation eine große Gefahr von Judäaabgewendet, noch ehe der jndäische König dieselbe ahnen konnte.
Alexander war durch das Bündnis mit Kleopatra von Lathurosdrohender Stellung befreit, indem dieser gezwungen war, sich aus Judäazurückzuziehen und nach Cypern heimzukehren. Alle Städte, die ihmVorschub geleistet hatten, empfanden jetzt Alexanders Rache. Er nahmnach zehnmonatlicher Belagerung die befestigte Stadt Gadara einund entriß die Stadt Amathus am Jordan^) ihrem BeherrscherTheodoros, dessen ,Vater Zeno dem Mörder seines GroßvatersSimon Schutz gewährt hatte (o. S. 66). Aber sorglos wie Alexanderwar, gab er dem besiegten Feinde Gelegenheit, sein Heer zu überfallen,zehntausend Mann niederzumachen und sein ganzes Feldgepäck zu er-beuten. Von dem erlittenen Unfälle sich erholend, wandte sich Alexandervon der Jordangegend nach dem Küstenstriche und eroberte Raphia, dieGrenzstadt Palästinas im Südwesten, und das nördlicher davon ge-legene Anthedon. Um Gaza einznnehmen, mußte er ein ganzes Jahrlang viele Kämpfe bestehen und konnte die Stadt nur durch den Ver-rat eines auf den Einstuß seines Bruders eifersüchtigen AnführersLysimachos in seine Gewalt bekommen. Seine ganze wilde Mut ent-lud Alexander gegen die besiegten Einwohner von Gaza; er ließ dieangesehensten unter ihnen hinrichten, und der Schrecken vor ihm warso groß, daß viele ihre Frauen und Kinder mit eigenen Händen töteten,um sie nicht in jndäische Gefangenschaft geraten zu lassen (96 ^).
Während der neun Jahre von Alexanders Thronbesteigung biszur Einnahme von Gaza hatte er, weil von Gefahren und peinlichenVerwickelungen umlagert, die Eintracht im Innern nicht gestört. Indem brennenden Streit zwischen den Pharisäern und Sadduzäern scheinter Neutralität beobachtet zu haben, wohl weil er während der ganzenZeit nicht Muße hatte, sich darum zu bekümmern. Viel mag auch zudiesem friedlichen Verhalten gegen die Parteispannung seine GemahlinSalome beigetragen haben, welche eine warme Anhängerin der Pharisäerwar. Wenn auch der König nicht gerade Partei für sie ergriffen hatte^so ließ er sie doch gewähren und tat nichts, um-ihre Empfindlichkeitzu verletzen und das Volk, das ihnen anhiug, zu reizen. Wie schonermähnt, stand Simon ben Schetach, der Führer der Pharisäer,unter Alexander in hoher Gunst bei Hofe, weil er der Bruder der Königinwar. Als man den König einst gegen Simon eingenommen hatte^indem man ihn verleumdete, daß er sich einer List gegen Alexanderbedient habe, war er genötigt, sich in einem sichern Versteck verborgen
*) Nach einer Quelle identisch mit Zaphon (Asophon) .Isrns. Lebsbiit 9, 1x. 38 ä. 2 ) Jgsxph„Z Altert. XIII, 13, 3.