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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Aristobul und Antigonos.

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Härte vor. Seine Mutter war im Gewahrsam, vielleicht vor Alters-schwäche, gestorben; der Argwohn verbreitete, der eigene Sohn habesie verhungern lassen Z. Sein Lieblingsbrnder Antigonos war, ver-mutlich durch die Ränke der dem hasmonäischen Hanse feindlichenPartei, meuchlings ermordet worden; das scharfzüngige Gerücht machteden König zum Urheber des Mordes, weil er ans den Bruder eifer-süchtig gewesen sei-). Die Sage hat überhaupt um den Tod desAntigonos ein ganzes Gewebe tragischer Zufälle gesponnen, um dieGottvergessenheit des Königs Aristobul recht schauerlich zu machen.

Aristobul hatte mit der kriegerischen Tüchtigkeit auch die Pläneseines Vaters geerbt, Judäa nach Nordosten hin, wo gewissermaßennoch herrenlose Länderflächen lagen, anszudehnen. Die Strecke vomFuße des südlichen Ausläufers des riesigen Hermon nach Osten bis indie syrisch-arabische Sandwüste und nördlich bis an die paradiesischenGefilde von Damaskus durchzogen, wie ehemals der nomadisierendehalbe Stamm Manasse und die Kedarener, so zur Zeit Aristobnlsdie Jtnräer und Trachoniten, die öfter das harmlose Hirten-lebcn mit dem rauhen Kriegshandwerk vertauschten. Der nur oasen-weise fruchtbare Landstrich hat seine Bewohner mit entgegengesetztenEigenschaften ausgestattet! sie waren von jeher, bald mehr bald weniger,Hirten und Straßenränder, Kanfleute und Krieger. Gegen diese Halb-arabischen Völkerschaften, welche damals den Namen Jtnräer führten,unternahm Aristobul einen Kriegszng, wahrscheinlich mir eine Fortsetzungder Unternehmung seines Vaters. Sein Bruder Antigonos, mit demer zugleich die ersten Lorbeeren gegen die Samaritaner und Syrererworben hatte, war auch in diesem Kriege sein Waffengefährte. DasKriegsglück war Aristobul wie seinem Vater günstig, er vergrößerteJudäa nach dieser Seite hin und befolgte auch dessen System, den be-siegten Völkern die jndäische Religion anfzuzwingen^). FortgesetzteEroberungen aus dieser Bahn hätten Jndäa die Karawanenstraße» vonden Enphratländern nach Ägypten und hiermit die Verbindungsliniefür den Zwischenhandel von dem asiatischen Binnenlande zum Mittel-meere in die Hände gegeben, und es hätte dadurch eine Wichtigkeiterlangen können, die, unterstützt von dem kriegerischen Mute seinerBewohner und dem wehrhaften Zustande seiner Festungen, es eineStellung in dem Ländersystem des damaligen Vorderasiens hätte ein-nchmen lassen können. Aber, als wäre es von der Vorsehung be-schlossen, daß Judäa nicht auf diesem Wege einen bedeutenden Einfluß

U Josephus das. ll, I. '-) Das. II, 2.

") Timagenes bei Josephus das. I I, 3.