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Geschichte der Juden.
Hoffnung. Er war überhaupt mehr weltlich gesinnt. Er befreundetesich mit den Griechen in der Nachbarschaft und nahm wohl auch dasgriechische Wesen an, welches den Frommen, in Rückcrinnerung an dieLeiden durch die Hellenisten, verhaßt war. Er wurde daher von denGriechen Philhellcn (Griechenfreund) genannt. Auf den Münzen,die mau von seiner Prägung gefunden hat, führte er nicht den Königs-titel, sondern die Inschrift: „Der Hohepriester Juda und das Gemein-wesen der Judäer" st. Der Same der Zwietracht, den Hyrkan aus-gestreut hatte, wucherte unter seinen Nachkommen verhängnisvoll fortund brachte den judäischen Staat von Stufe zu Stufe bis zu völligerErniedrigung herunter. Vergebens suchten die nachfolgenden Herrscherihre Macht zu unnahbarer Höhe zu erheben, vergebens umgaben siesich mit einer Leibwache treuer Mietstruppen und verrichteten glänzendeWaffentaten) der Bruch war unheilbar, und die angewandten Heilmitteltrugen nur dazu bei, ihn zu vergrößern. Das Fürstenhaus und dasVolk waren nicht mehr eins; das Politische schied sich von dem Re-ligiösen, und beide folgten einer entgegengesetzten Richtung, die sie nurnoch mehr auseinander brachte.
Der König Aristobul verdrängte nicht nur seine Mutter vomThrone, sondern brachte sie auch mit dreien seiner Brüder in Haft.Nur seinen Bruder Antigon os, der sein Gesinnnngs- und Kampf-genosse war, und den er sehr liebte, ließ er an der Regierung teil-nehmen. Obwohl wegen der Kürze seiner Regierung nur wenige unduuzusammenhängende Nachrichten aufbewahrt sind, so läßt sich dochso viel daraus schließen, daß er das Verhalten seines Vaters in denletzten Jahren gegen die beiden Parteien befolgt hat, indem er sichenger an die Sadduzäer anschloß und die Pharisäer von jedem Ein-flüsse fernzuhalten suchte. Doch wie Aristobul in seinem eigenen Hansenur wenig Freunde hatte, so scheint er auch beim Volke nicht beliebtgewesen zu sein. Der Umstand, daß er eine Vorliebe für das Griechischehatte, genügte Wohl, ihn bei der Volkspartei verhaßt zu machen. DerArgwohn heftete sich an seine Fersen und dichtete ihm alles Schlimmean. Während ihn die Griechen als billig denkend und bescheidenschilderten 2),, warfen ihm seine judäischen Beurteiler Herzlosigkeit und
st Man hat bis jetzt etwa zehn Münzenexemplare gefunden, welche mehroder weniger deutlich die Inschrift haben um, Vergl.
Merzbacher, Untersuchungen re., S. I9K. Vs Lanto^, welcher zuerst eine Kupfer-münze mit der Inschrift Juda entdeckt hat, bezog sie auf Juda Makkabi. Esist aber als Irrtum erkannt worden. Das Emblem auf Aristobuls Münzen istauch ein Füllhorn.
st Timagenes bei Strabo und Josephus das. XIII, 1l, 3.