Der Tempelkultus.
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öffentlichen Auftreten ging ihm ein hoher Tempelbeamter voran, umdie Menge vor ihm ausweichen zu lassen. Traf ihn ein Tranerfall,so saß er nicht, wie andere Leidtragende auf der Erde, sondern aufeinem hohen Sitze, während die Beileidbezeigenden in seiner Gegenwartauf der Erde saßen Z. Und so wurden dem Hohenpriester, als demErsten der Nation, bei jeder Gelegenheit die höchsten Ehren erwiesen.Doch waren die hasmonäischen Hohenpriester, obwohl sie auch mit derfürstlichen und später gar mit der königlichen Würde bekleidet waren,nicht unverantwortlich für ihre Handlungen. Sie durften wegen Ver-gehen zur Verantwortung gezogen werden, nur nicht vor die Schrankeneines gewöhnlichen Gerichtshofes, sondern vor das Tribunal des großenSenats 2).
Dem Hohenpriester zunächst stand ein Priesterkolleginm (SiknaLsduunn, Lst-äin sodsl-Lodaniin) ^), dessen Befugnisse zwar nirgendsverzeichnet sind, das aber sicherlich die Aufsicht über die Priester undüber den regelmäßigen Gang des Kultus geführt hat; die Tempel-beamten, deren es mancherlei in vielfacher Abstufung und Unterordnunggab, bildeten ohne Zweifel die Mitglieder desselben. Die Aufsicht über dieäußeren Tempelangelegenheiten führte der Tempelhauptmann (Isolldar da-kalt, roli lk^,ov). Er überwachte 4) die vierundzwanzig
Wachtposten, welche an verschiedenen Stellen des Tempelberges auf-gestellt waren, hielt die Ordnung im Tempel aufrecht °), daß niemanddie Räume betreten sollte, wohin ihm zu kommen verboten war, übtemit einem Worte die Tempelpolizei aus. Jede Nacht machte derTempelhauptmann die Runde bei allen Posten, um sich von derenWachsamkeit zu überzeugen und bestrafte die Lässigen. Mit der Zeitwurde dieses Amt äußerst wichtig, da die Verteidigung des Tempelsdamit verbunden war. Wer die Zugänge zum Tempel beherrschte, hattedie Hauptstadt in Hände». So wie der Tempelhauptmaun, so standenauch zwei Schatzmeister unter dem Namen Katholiken (xc-Soil-xo-6)unmittelbar unter dem Hohenpriester; sie verwalteten die eingehendenTempelgelder, welche durch alljährliche Spenden nnd Weihen einliefen,und besorgten auch die Ausgaben. Unter ihnen standen andere Beamtederen Hauptfunktion darin bestand, bei dem Öffnen und
*) 8anbeärin 2, 1.
2) Laubeäi'in 2, 1 und 1, I.
2) lloiua, 1, 5. Xstubbot 1, ö. Uesavbim 90 b; dagegen ist lloseb Im-Lelmug. I, 7 durchaus nicht von einem Priesterkolleginm die Rede, da gleichdarauf folgt: pi movoi. Vgl. Monatsschr, Jahrg. 1887, 118.
Z Aiääot I, 2. Josephus jüd. Krieg VI, 5, 3.
b) Apostelgeschichte 4, 1; 5, 24, 28.
0^ llei'ns. 8ol>elcalim 5, 2, p. 49 a.