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Geschichte der Juden.
belästigt vom Kriegslärm und dessen für ihre Lebensweise störendenstolzen bleiben zu können. Sie wählten zu ihrem Aufenthalte dieWüstenei im Westen des toten Meeres, in der Oase von Engadi.Die in dieser Gegend wuchernden Dattelpalmen konnten sie bei ihrereinfachen Lebensweise zum Teil mit Nahrung versehen. Doch warenwohl nicht sämtliche Assidäer der essäischen Lebensweise ergeben, nochhielten sich sämtliche Essäer in jener Gegend auf. Es gab auch welche,die nicht Mitglieder des Ordens waren und in ihren Familienkreisenverblieben. Diese zerstreuten Essäer waren auch verheiratet, hattenaber bei ihrer skrupulösen Richtung viele Schwierigkeiten zu überwinden. 'So bildeten sich die in die Augen fallenden, von vielen be-wunderten Züge des essäischen Ordens aus: gemeinschafilicheMahle und Ehelosigkeit. Das Zusammenleben der Essäer führtesie auch dahin, sich ihres Eigentums zu entäußern. Wozu brauchteauch ein Ordensmitglied Privateigentum? Es war ja nicht imstande,es zu verwenden. Jeder übergab daher sein Vermögen der Ordens-kasse, aus welcher die Lebensbedürfnisse für die Mitglieder bestrittenwurden. Aus dieser Anschauung stammt der Spruch: Ein Chaßidspricht: „Das Meiuige und das Deinige gehören Dir (nicht mir)"
Es gab daher unter ihnen weder Arme, noch Reiche, und diese Sorg-losigkeit um alles hatte die Folge, daß ihr Sinn, von Hause aus demReligiösen zugewendet, sich immer mehr vom Irdischen lossagte undeiner träumerisch-idealen Richtung folgte. Die Essäer zeichneten sichnoch durch andere Eigentümlichkeiten aus, die, wiewohl au sich kleinlich,doch ihre Denk- und Lebensweise charakterisieren. Sie trugen stetsweiße Linnenkleider, vermutlich um auch äußerlich an ihren frei-gewählten Priesterstand zu erinnern. Jeder führte, wie die Israelitenwährend ihrer Wüstenwanderung, eine kleine Schaufel bei sich, um dieErde zu seiner Notdurft aufzuscharren und das Unsaubere zu verdecken.Dadurch wollten sie ihren Aufenthaltsort als einen heiligen bezeichnen,der, gleich der Bundeslade, von dem Anblick des Tierischen nicht ent-weiht werden soll. Sie trugen auch stets eine Art Schurzfell oderHandtuch (Lsnapimjim, das dazu diente, sich jederzeit bei
ihren Waschungen abtrocknen zu können. Jeden Morgen badeten siein frischem Quellwasser — wie der Priester vor den Funktionen imTempel — um auch eine unbewußt an ihrem Körper erfolgte Un-reinheit zu beseitigen. Von diesem täglichen Baden nannte mau sieMorgentäufer (Nodls Kolmolmrit, Auch den Nanien
Essäer scheinen sie von diesem Umstande erhalten zu haben, da er inchaldäischer Sprache Badende, Täufer bedeutet (/Ls'otmi ausge-sprochen ^Ksai').