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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
Entstehung
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Die drei Parteien.

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der Weltbegebenheiten zu bleiben und so viel an ihr lag, dabei tätigzu sein. Diese zahlreichere Partei begann in dieser Zeit den NamenPharisäer (?srusobim) zu führen. Aber auch diese, in welcher derSchwerpunkt der Nation ruhte, verlangte, eben weil ihr die Erhaltungdes Judentums in der überkommenen Gestalt vor allem am Herzenlag, daß alle öffentlichen Angelegenheiten, alle politischen Unternehmungen,jede nationale Tätigkeit an dem Maßstabe des religiös Zulässigen ge-messen werden sollten. Diesen Zumutungen konnten oder mochten sichdiejenigen nicht fügen, welche an der Spitze der kriegerischen oderdiplomatischen Angelegenheiten standen und die Einsicht erlangt hatte»,daß die wirklichen Lebensverhältnisse sich nicht immer so gefügig zeigen,daß man sie ohne weiteres nach den Anforderungen der Religions-vorschriftregeln könne. So entstand eine dritte Partei, welche Sadduzäerhieß, und die ihrer ganzen Richtung nach, ohne der Religionabtrünnig zu werden, dem nationalen Interesse das Übergewicht gab.Bon diesen drei Parteien, der assidäisch-essäischen, pharisäischen undsadduzäischen, haben nur die zwei letzteren einen mächtigen Einflußauf den Gang der Begebenheiten ausgeübt und durch ihre Zwiste denjudäischen Staat tief zerrissen. Die Essäer dagegen, im ganzen ein-flußlos, traten erst später in die Öffentlichkeit, nicht lange vor demSchluß dieses Zeitraumes. Die ganze nachfolgende Geschichte bleibtunverständlich, wenn man nicht das Grnndwesen dieser Parteien undihre hervorstechenden Eigentümlichkeiten begreift, soweit sie noch ans denQuellen kenntlich sind.

Zn welcher Zeit der Gegensatz dieser Parteien sich entwickelt hat,ist nicht genau zu bestimmen, wie überhaupt die Geburtsstnnde einergeistigen Regung dem Auge verborgen bleibt. Nach einer Nachrichthabe der Parteigegensatz bereits zur Zeit Jonathans bestanden ^), wasaber nur so viel sagen will, daß er bereits im Keime vorhanden gewesen.Die Ausbildung zu ausgeprägter Parteiung hat sicherlich erst i» HyrkansRegierungszeit stattgefunden.

Die Pharisäer (?srusclnm) können nur nneigentlich und imGegensatz zu den beiden anderen eine Partei genannt werden; dennder größte Teil der Nation war pharisäisch gesinnt, nur daß in denFührern die Eigentümlichkeit mehr zum vollen Ausdruck gekommen

Z Josephus Altert. XIII, 5, 9, bemerkt gewissermaßen ex abrupto inder Erzählung von Jonathans Taten: <)e rvr /§<Iror

uixrak»? r-ür '/ovSalmr Damit soll das Voraufgehende, daß Jonathan

Gesandtschaften nach Athen und Sparta geschickt, erklärt werden, daß auch diePharisäer nicht alles der Heimarmene zugeschrieben, sondern zugegeben hätten,daß manches auch von der menschlichen Tätigkeit abhänge.

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