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Geschichte der Juden.
eine Brücke zur Westpforte des äußersten Tempelvorhofes'). Auch einGebäude für die Ratsversammlnng war in der Oberstadt
nach griechischer Art errichtet, und damit war ein Archiv zur Auf-bewahrung wichtiger Urkunden verbunden ^).
Johann Hyrkan ließ ein Familienmausoleum in Modin, demStammsitze der Hasmonäer, in griechischem Geschmacke errichten. Esbestand ans einem hohen Gebäude von weißem, poliertem Marmor.Ringsherum waren Säulengäuge kunstvoll gearbeitet, und an denSäulen waren allerlei Waffen und darüber Schiffsfiguren ausgehauen.Auf dem Ban erhoben sich sieben Pyramiden zum Andenken an dieStammeltern der Hasmonäer und die fünf Heldensöhne. Das has-monäische Mausoleum hatte eine solche Höhe, daß es vom Meere aus,gesehen werden konnte b). Die Schiffsfiguren an den Säulen solltenwohl andeuten, daß die Hasmonäer auch über eine Flotte und denHafen von Joppe zu gebieten hatten.
Aber mehr noch als auf Aneignung des Fremden ging die Richtungder Zeit ans Behauptung und Ausbildung des Eigenen aus. Diehebräische Sprache, welche seit der Berührung mit asiatischen Völkernaus dem Munde des Volkes von der aramäischen fast verdrängt war,feierte gewissermaßen ihre Auferstehung; sie verjüngte sich und wurdezum zweiten Male, wenn auch in veränderter Gestalt, Volkssprache.Sie war der Nation durch die heiligen Schriftdenkmäler, die sie demUntergange abgerungen, und aus denen sie Begeisterung geschöpft hatte,um so teurer geworden. Die Münzen wurden, wie schon erwähnt,hebräisch geprägt, öffentliche Urkunden in hebräischer Sprache aus-
U Josephus Altert. XX, 8, 11; jüd. Krieg II, 16, 3; VI, 6, 2; 8, I.
y Das. jüd. Kr., II, 17, 6; V, 4, 2; VI, 6, 3.
-) I. Makkab. 13, 27-30; Josephus Altert. XIII, 6, 5. In diesen
Quellen heißt es zwar, Simon habe dieses Mausoleum erbaut, allein die
sieben Pyramiden sagen wohl hinlänglich, daß auch Simons Name in diesemDenkmal verewigt werden sollte, was er wohl schwerlich selbst getan habenwird. Die Quellen sind auch in Verlegenheit, was sie mit der Zahl siebenanfangen sollen, und geben die Bestimmung, unrichtig genug, für den Vater,die Mutter und vier Brüder an! fDiese Begründung scheint doch nicht aus-reichend, um dem Simon die Errichtung des Bauwerkes abzusprechen. Vergl.Schürer, Isi 240 und 201 und Buhl, S. 197 s.j Der Text leidet an einigenKorruptelsn; so fehlt im Makkab. V. 27 vor xat «üräv das Wort orxor und istin der Vulgata durch aeüilieinm erhalten. Was die (V. 29) be-
deuten sollen, ist unklar; Vulgata hat das Wort gar nicht. Wiederum sprichtJosephus von ar»«?, das im Makkab. fehlt oder vielleicht eine Übersetzung jeneshebräischen Wortes ist, welches der griechische Übersetzer durch d. h.
Kunstwerke, wiedergegeben hat.