Fünftes Kgpitel.
Johann Hyrkan lFortsetzung).
Innere Angelegenheiten. Literatur; Bildung und Haltung der Parteien:Pharisäer, Sadduzäer und Essker. Organisation des großen Synhedrial-Körpers. Die Vorsitzenden Josua b. Perachia und Nittai aus Arbela.Funktionen des hohen und niederen Rates. Der Tempelkultus und dessenBeamte. Hyrkans Verordnungen. Spannung zwischen Hyrkan und denPharisäern. Hyrkans Tod.
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Der hohe Wellenschlag der politischen Bewegung Jndäas unterJohann Hyrkan und seinen Vorgängern konnte nicht verfehlen, alleLebensrichtungen des Volkes zu durchströmen und besonders auch diegeistigen Kräfte zu wecken. Die Nation war mit geringen Unter-brechungen durch die ein halbes Jahrhundert dauernden Kämpfe, Siegeund Niederlagen, durch die freundliche nnd feindliche Berührung mitverschiedenen Völkern und durch den Übergang aus der Lebens-einfachheit zum Wohlstand zu einer höheren Reife gelangt. Die schwererrungene Selbständigkeit öffnete ihr den Blick in ihr eigenes Innereund lehrte sie das Eigene festzuhalten, aber auch Fremdes sich anzu-eignen, wenn es sich mit ihrem Wesen verträglich zeigte. Wenn sichfrüher die Frommen gegen alles, was hellenisches Gepräge trug, mitaller Macht stemmten, so waren viele derselben zu der Einsicht gelangt,daß es in den griechischen Lebensformen auch manches gab, welchesohne Beeinträchtigung des Eigenen angenommen werden könnte. Nichtbloß die Künste des Krieges, der Bewaffnung, der Taktik und desFestungsbanes haben die Hasmonäer, ohne Anstoß zu erregen, vonden Nachbarn gelernt, sondern auch die friedlichen Künste der Münz-prägung mit geschmackvollen Verzierungen und der griechischen Archi-tektonik. Sie hatten einen Prachtvollen Palast auf einer Anhöhewestlich vom Tempelberge an dem nordöstlichen Ende der Oberstadt,sicherlich im griechischen Stile, bauen lassen. Vor dem Hasmonäer-Palast war ein weiter, bedeckter Raum mit Säulengängeu, Lystosgenannt, zu Volksversammlungen, nahe an der talartigeu Vertiefung,welche die Oberstadt von dem Tempel trennte. Vom Xystos führte