Sendschreiben der Jerusalemer.
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Andenken an die Siege der Hasmonäer und an die Tempelweiheihrerseits zu begehen, was so viel sagen wollte als den verändertenZustand in der Urheimat anznerkennen, nicht damit zu schmollen, viel-mehr sich damit zu freuen und daran mit ganzem Herzen teilzu-nehmen. Der Zeitpunkt war gut gewählt. Denn während die Jndäerin der Heimat durch die Selbstzerfleischung der seleucidischen Herrschersich frei fühlten, drohte denen in Ägypten Unheil dadurch, daßPtolemäus VII., Physkon, jenes Scheusal an Leib und Geist, derÜbelwollen gegen sie hegte (o. S. 49), wiederum zur Herrschaft gelangte(127). Der jerusalemische hohe Rat richtete sein Sendschreiben zunächstan Juda Aristobul, den ehemaligen Lehrer des Königs PtolemäusPhilometor, „welcher vom Geschlechts der gesalbten Hohenpriesterstammte" *), iveil dieser wohl damals an der Spitze der alexandrinischenGemeinde stand. Das brüderliche Sendschreiben beginnt mit einerFürbitte für die Jndäer im Nachbarlande: „Gott der Väter gebe
euch Frieden, erhöre eure Gebete, sei euch gnädig und verlasse euchnicht in schlimmer Zeit." Es erinnert an die Leiden, welche das Volkdurch die Religionsverfolgnng des Antiochos Epiphanes erduldet, andie Hilfe, die ihm Gott gewährt, an die Wiederherstellung des Heiligtumsin seiner Reinheit und an den schmählichen Untergang des frevelhaftenKönigs, der Gott bekämpft habe. Indem es wiederholentlich die Brüderin Ägypten auffordert, die Feier der Tempelweihe ihrerseits zu begehen,auf die Wichtigkeit derselben hinweist und an die großen Verdienstedes makkabäischen Helden Juda erinnert, schließt es mit einer Hoffnung:„Gott, der sein ganzes Volk gerettet und allen seinen Söhnen dasErbe und die Herrschaft und die Priesterschaft und die Heiligkeit zu-gesichert, wird uns bald Erbarmen zuwenden und alle aus denLändern unter dem Himmel zum heiligen Orte sammeln. Denn er hatuns aus großen Nöten erlöst und hat den Ort (wieder) gereinigt."Der Ton dieses in hebräischer Sprache gehaltenen Sendschreibens klingtwie ein verklingender Nachhall aus der biblischen Zeit und heimelt mitseiner Milde an. Wenn der Gesetzeslehrer Jos na b. Perachja")damals zu den Mitgliedern des hohen Rates gehört hat, derselbe, zudessen Lebenszeit ein lebhafter Handelsverkehr mit Weizen zwischenPalästina und Alexandrien stattfand, und der seinen Jüngern einprägte,die Menschen nach der Seite der Unschuld zu beurteilen, so würdeder milde Ton in dem Sendschreiben von ihm herrühren. Hyrkanist in diesem Schreiben auch nicht versteckt wahrnehmbar: es durftevon ihm keine Rede sein, wenn die alexandrinische Gemeinde für die
U Vgl. Note 10 (und Schürer III^, 381 f.)
") .4dot I, 6. loselta Naobseliiriu III, 2.