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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Zerstörung des Garizim-Tempels.

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Medaba. Gegen diese Stadt hatten die Hasmouäer einen allenGroll, weil die Bewohner derselben unter Anführung der Bne-Amrieinmal einen der Hasmonäerbrüder, welcher die Fronen und Kinderder jndäischen Krieger bei den Nabatäern in Sicherheit bringen wollte,-überfallen und ihn samt den seinem Schutze anvertrauten Schwachenniedergemetzelt hatten Z. Medaba muß aber so befestigt gewesen sein,und die Einwohner müssen so tapfer gekämpft haben, daß es Hyrkanerst nach sechs Monaten gelang, es einznnehmen und zn zerstören.Dann zog das Heer nach der am Jordan und am südlichen Ende desTiberiassees gelegenen Stadt Samega-) (Xskar 2smnod), welche fürdie Judäer eine besondere Wichtigkeit gehabt haben muß. Dannkamen die samaritanischen Städte an die Reihe. Die HauptstadtSichem und der auf dem Berge Garizim errichtete chutäische Tempel,welcher dem jndäischen Volke stets ein Dorn im Auge war, wurdenzerstört (21. Kislew um 12520) ^). Der Tag der Zerstörung diesesTempels, der an drei Jahrhunderte gestanden hatte, galt der jüdischenNation als ein besonders freudiges Ereignis, dessen Andenken unterdem Namen Garizim-Tag (ckom Imr-6nr>7.im) alljährlich durch dasUnterbleiben von Fasten und Trauer gefeiert wurde ^). Seit dieserZeit ist der Glanz der Samaritaner entschwunden; denn obwohl sieihre Eigentümlichkeit noch Jahrtausende bewahrten und noch heutige»Tages fortdanern und noch immer fortfahren auf dem Berge Garizimzu opfern, so verkümmert doch ihr Wesen durch den Mangel an einemMittelpunkte immer mehr. Die Zerstörung des Garizim-Tempels trugaber dazu bei, den Haß gegen die Judäer noch mehr zu schüren, unddie Samaritaner schlossen sich stets denjenigen Völkern an, die es aufUnterdrückung der Judäer abgesehen hatten.

Von dem Siege über die Samaritaner schritt Hyrkan znm Kampfegegen die Jdnmäer. Dieses Volk, obwohl durch die mannigfaltigenWechselfälle der aufeinander folgenden asiatischen und mazedonischenTynastieen tief herabgekommen und von den Nabatäern ans seinenWohnsitzen verdrängt, hatte sich allein unter all den ehemaligen mitIsrael stammverwandten Völkerschaften zu behaupten gewußt und seinefeindselige Haltung gegen die Judäer aus der älteren Zeit bewahrt.Es hatte den südlichen Teil des ehemaligen Judäa besetzt und seinGebiet bis Hebron, Marissa (Marescha) und Adora ausgedehnt^). IndaMakkabi hatte zwar die Jdnmäer geschlagen, ihnen Hebron entrissenund ihre Burgen zerstört; aber durch die ihnen eigene Zähigkeit hatten

-) Oben S. 8. °) (Vgl. Buhl, a. a. O., S. 266.) -) Josephus

Altert. Xlll, 9, t. ->) S. Note t, IV, 10.

>°y I. Makkab. 4, 6l. 5, 3. 65 ff. Vgl. Bd. 11b, S. 164.