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Geschichte der Juden.
unfreundlichen Sinn gegen Nom zu zeigen. Die judäischen Gesandtenwurden daher in Rom freundlich aufgenommen und aufmerksam an-gehört, und es wurde ihnen der Beschluß eingehändigt, daß Antiochos,der syrische Herrscher, gehalten sei, ihnen die Plätze wieder zuznstellenund daß es ihm weder gestattet sei, seine Truppen durch Judäa ziehenzu lassen, noch die Einwohner als seine Untertanen zu behandeln(um 123)*). Dann ging Hyrkan kriegerisch vor. Nach drei Seitenhin war Judäa von fremder Bevölkerung eingeengt. Im Süden vonden Jdumäern, welche ihr Gebiet bis tief nach Judäa hinein ausgedehnthatten; in der Mitte von den verhaßten Samaritanern, deren Gebieteine Scheidewand für die galiläischen Judäer bildete und sie ver-hinderte, auf dem kürzesten Wege Jerusalem zu erreichen; endlich warder Landstrich jenseits des Jordan und die Ufer dieses Flusses vonGriechen bewohnt, die sich stets feindlich gegen die Judäer gezeigthatten. Hyrkanos betrachtete es daher als eine Aufgabe, alle dieseGebiete wieder an Judäa zu bringen und die feindliche Bevölkerungentweder auszuweisen oder mit den Judäern eng zu verschmelzen.Tenn so lange diese Enklaven fremder, feindlicher Bevölkerung imHerzen des Landes fortbestanden, waren die politische Unabhängigkeitund der religiöse Bestand gefährdet. Nicht nur gewährten diese feind-lichen Völkerschaften auswärtigen Eroberern stets bereitwillige Unter-stützung, sondern sie legten der religiösen Übung nicht selten Hemmnissein den Weg und gaben dadurch Gelegenheit zu blutigen Reibungen.Hyrkan mußte sich also eben so sehr ans religiösen, wie aus politischenGründen bewogen fühlen, diesen Herd beständiger Unruhe und Feind-seligkeit zu ersticken. Aber um so große Ziele zu erreichen, bedurftees des Aufwandes aller Kräfte und des Aufgebotes ausreichendermilitärischer Mittel, welche die judäische Nation aus sich selbst nichthätte erschwingen können. Hyrkan sah sich also genötigt, um dieWehrkraft cis Volkes nicht allzusehr anzustrengen, Soldtruppen inDienst zu nehmen Ü- Die Mittel für die Söldner nahm Hyrkan, wieman sich erzählte, aus dem Schatze, den er im Grabmal Davids ge-funden haben soll, wahrscheinlicher aber aus demjenigen, welchen seineVorgänger durch die Kriege zusammengebracht haben mochten. DieseMietlinge wurden in der Burg Birah (Baris) untergebracht.
Zuerst wandte sich Hyrkan nach Osten, der Jordangegend, nach
U Vgl. Note 9. (Vgl. hierzu Schürer, 1^, S. 261 ff., der trotz großerBedenken die Gesandtschaft in die ersten Jahre der Regierung Hprkans setzenmöchte.)
") Josephus das. d, 4. In der talmudischen Literatur werden solche nnjudäischen Dienste stehenden Soldtrupxen genannt.