Verfall des syrischen Reiches.
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der unglückliche Demetrios nicht einmal bei seiner Gattin Kleopatra,welche mit den zwei Brüdern zugleich verheiratet war, in Akko Auf-nahme, sondern mußte sich nach Tyrns retten, wo er durch die Handseiner Feinde nmkam. Noch verwirrter gestalteten sich die syrischenVerhältnisse unter dessen Nachfolgern, indem einerseits dem AlexanderZebina (128 — 123), wiewohl er von Ägypten unterstützt wurde, derrechtmäßige Thronerbe Antiochvs VIII. mit dem Beinamen Grypos(125 — 96) kriegerisch entgegentrat, und andererseits diesem wiedersein Bruder mütterlicherseits, Antiochvs IX. Kyzikenos (113 — 95),die syrische Krone streitig machte'). Tödlicher Haß der Glieder desseleucidischen Hauses gegeneinander und Mordtaten füllten die letztenGeschichtsblätter desselben. Kleopatra, die Mutter, ließ einen ihrerSöhne (Selencos) bald nach dem Tode ihres Gatten Demetrios um-bringen und mischte für den ander», Antiochvs Grypos, den Giftbecher;dieser aber zwang sie, ihn selbst zu leeren.
Diesen Zustand äußerster Schwäche in Syrien, der eine Reihe vonJahren dauerte, machte sich Hyrkan zunutze, um die Grenzen Judäaszu dem Umfange wieder auszudehnen, den sie in den glücklichen Tagender Vorzeit hatten. Bald nach Antiochvs Sidetes' Tode löste Hyrkandas Vasallenverhältnis zu Syrien, in welches die Belagerung JerusalemsJudäa gebracht hatte, vollständig auf und ließ sich nicht einmal dasBnndesgenossenverhältnis gefallen ^). Alexander Zebina mar froh, daßihn Hyrkan als König anerkannte, und nach dessen Untergang (123)sah Hyrkan den Augenblick gekommen, angriffsweise gegen Syrien zuverfahren. Zunächst ließ er sich den Besitzstand durch Rom sichern.Er schickte, wie sein Vater, eine Gesandtschaft nach Rom, drei Männer,Simon, Sohn des Dositheos, Apoll onius, Sohn des Alexander,und Diodor, Sohn Jasons, um den Senat zu bitten, die Freundschaft,welche Rom verschwenderisch auch dem geringsten Völkchen erweist, mitdem judäischen Gemeinwesen zu erneuern, und zugleich Klage zu führendarüber, daß sich Antiochvs Sidetes die wichtigen Festungen, Joppemit dem Hafen, Gazara mit den Quellen und noch andere Plätze inJudäa augeeignet hatte. Rom Pflegte stets sich der Schwachen gegendie Starken anzunehmen, nicht aus Gerechtigkeitssinn, sondern um siezu schwächen und für sich willfährig zu machen. Die Demütigung desseleucidischen Königshauses lag ihm besonders am Herzen, weil diesessich erlaubte, hin und wieder einen trotzigen oder mindestens einen
1) Das. 9, .1; 10, 1. Josephus' Schreibweise ist richtiger als
den» der Name bedeutet im Syrischen einen gekauften Sklaven, alson:'-7. sVgl. Schürer, 1^, S. 175. 285.)
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