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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Geschichte der Juden.

finstere Wolke, welche der Unabhängigkeit Judäas gedroht hatte, ohnebedeutenden Schaden vorübergezogen, und selbst die verhältnismäßiggeringen Nachteile, welche dem jüdischen Staate aus den Bedingungenerwachsen waren, glichen sich bald ans.

Der syrische König war auch gezwungen, eine freundliche Mienegegen Hyrkan anzunehmen. Er hatte nämlich einen Kriegszug gegendas Partherland vor, das früher zum Reich seiner Vorfahren gehörtund sich davon losgemacht hatte. Sein Bruder Demetrios Nikatorhatte einen Zug dahin unternommen, hatte aber eine Niederlage er-litten und wurde beinahe zehn Jahre in parthischer Gefangenschaft ge-halten. Antiochos glaubte glücklicher als sein Bruder zu sein. Zudem Heer von 80000 Bewaffneten, das er sammelte, konnte er dieHilfe der judäischen Krieger wie die anderer Nachbarländer nicht ent-behren. Er forderte daher Hyrkan auf, mit feinem Heere den Feldzugmitzumachen. Antiochos mochte dabei nicht bloß auf die materielleUnterstützung rechnen, welche Hyrkanos ihm zusühren konnte, sondernauch auf die Vorteile, die ihm von seiten der zahlreichen Judäer inder Euphrat- und Tigrisgegeud erwachsen möchten. Diese judäisch-babylonische Kolonie, welche waffengeübt war, würde, nach seiner Be-rechnung, wenn auch nicht gemeinsame Sache mit ihm machen, dochwenigstens sich neutral verhalten, wenn sie einen jndäischen Fürstenund jndäische Hilfstruppen unter seinem Heere erblicken würde. Tersyrische König nahm daher während des Feldzuges Rücksichten auf dasjndäische Kriegsheer; er ließ auf Hyrkanos' Wunsch nach einem Siegeam Flusse Zab (Lykos) die zwei Tage eines Sabbats und des darauffolgenden Wochenfestes der Judäer wegen rasten (129)*). Indessenhatte das Glück seit den Tagen Antiochos des Großen der seleucidischenDynastie den Rücken gekehrt; Antiochos ließ auf diesem Feldzuge seinLeben. Sein Bruder Demetrios II., Nikator, den der Parther-könig bei Antiochos Einfall in Parthien aus der Gefangenschaft entlassen,»in ihn als Gegenkönig aufzustellen, regierte zum zweiten Malenur kurze Zeit (128125). Bei den Syrern wegen seiner langenparthischen Gefangenschaft verhaßt, hatte Demetrios gegen einen Gegen-könig Alexander Zebina zu kämpfen, welchen Ptolemäus Physkonaufgestellt hatte, weil seine Frau und Schwester sich mit Demetriosverbunden hatte. Von Zebina besiegt und zur Flucht gezwungen, fand

si Jos. Altert. XIII, 8, 4, nach Nikolaos von Damaskus oder richtigernach Posidonius. Hyrkanos' Beteiligung an der parthischen Expedition warkeineswegs eine gezwungene Heeresfolgesonst hätte Antiochos nicht auf disreligiösen Bedenken desselben Rücksicht genommen sondern eine freiwillige