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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Geschichte der Juden.

Hyrkanos' Mutter (und Brüder) getötet haben und nach Philadelphia,der ehemals ammonitischen Hauptstadt Rabbat-Ammon, geflohen undvon dem Beherrscher derselben, Zeno Kotylas, freundlich ausgenommenworden sein (Herbst 135). Sein Name wird nicht weiter genannt; erverschwindet spurlos.

Eine viel größere Gefahr drohte Hyrkanos von Antiochos Sidetes,welcher den Abfall Judäas von Syrien und die erst jüngst erlitteneNiederlage zu rächen hatte. Er zog (Herbst 135) mit einem großenHeere, wir wissen nicht, ob ans dem Landwege von Norden her oderzu Schiffe von der Küste aus, heran, zerstörte die Gegend ans seinemZuge und näherte sich der Hauptstadt. Hyrkanos muß sich zu schwachgefühlt haben, ihm in offener Schlacht entgegeuzutreten; denn er schloßsich in Jerusalem ein, auf die Festigkeit der Mauern vertrauend.Antiochos veranstaltete daher eine förmliche Belagerung in ausgedehntemUmfange. Er schloß die Stadt durch sieben Lager ein, errichtete imNorden, wo der Boden ebener ist, hundert dreistöckige Türme, vonwelchen aus die Truppen gegen die Mauern zu operieren vermochten,und ließ einen breiten Doppelgraben um das Lager ziehen, um dieAusfälle der Belagerten zu erschweren. Dennoch unterließen die letzterennicht, häufige Ausfälle zu machen und den vorbereiteten Sturm mitgroßer Tapferkeit zurückzuschlagen, so daß sich die Belagerung in dieLänge zog. Dabei litt das syrische Heer an Wassermangel und infolge-dessen wohl auch an Krankheiten. Aber auch die Belagerten, obwohl siekeinen Mangel an Wasser hatten, litten nicht weniger durch Mangelan Nahrungsmitteln, und Hyrkanos war in die traurige Notwendigkeitversetzt, einen Akt der Grausamkeit gegen die Wehrlosen der Stadt zubegehen. Um nicht den Vorrat aufzehren zu lassen, trieb er diese ausder Stadt, vielleicht in der Hoffnung, daß sich der Feind ihrer erbarmenund sie abziehen lassen werde; aber Feinde sind gegen Wehrlose seltengroßmütig. Das Belagerungsheer ließ diese Unglücklichen die Be-lagerungslinien nicht überschreiten und zwang sie innerhalb des denDoppelgeschossen ausgesetzten Raumes zu bleiben, und so wurden sievon zwei Seiten aufgerieben. Indessen war der Sommer verstrichen,ohne daß sich den Syrern die Aussicht auf Erstürmung der Mauereröffnete. Die eintreteude Regen- und Winterszeit mochte ihnen nochungünstiger dazu erscheinen und sie zu Fricdensunterhandlnngen geneigtmachen. Die Belagerten waren wegen des empfindlichen Nahrungs-mangels und der eintretenden Festzeit noch mehr dazu geneigt. Hyrkanostat den ersten Schritt, einen Waffenstillstand für die sieben Tage desHüttenfestes zu erbitten, und Antiochos gewährte ihm nicht nur dasVerlangte, sondern schenkte auch Opfertiere mit vergoldeten Hörnern