Druckschrift 
3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
Entstehung
Seite
61
Einzelbild herunterladen
 

Johannes' Sieg über den Hyrkanier. 61

Volk nnd Reiterei unter dem Feldherrn Kendebaios, dem Hyrkanier,Judäa zu bekriegen und es wieder unter syrische Botmäßigkeit zu bringen.Simon sah also alle Errungenschaften bedroht nnd rüstete sich zu einemhartnäckigen Kampfe. Glücklicherweise konnte er über eine ansehnlicheTruppenmacht von 20000 Mann gebieten und sogar auch Reiterei auf-stellen, deren Mangel in den früheren Kriegen so verderblich für Judäagewesen war. Da er selbst zu alt war, um sich an dem Kriege zubeteiligen, so ernannte er seine Söhne Jochanan (Johannes) undInda zu Feldherren, die von Gazara aus dem Feinde entgegenrückten.Kendebaios war indessen schon von Jamnia aus, wo er seine Truppenausgeschifft hatte, tiefer in das Land bis zur Stadt Ekron*) vorge-drnugen, begann einen Plünderungskrieg und führte die Einwohner desFlachlandes in Gefangenschaft. In einer Ebene zwischen dieser Stadt,welche Kendebaios befestigte, nnd Modin, wo im Frühjahr ein vonRegen angeschwollenes Flußbett war, kam es zur Schlacht, und derSieg blieb ans Seiten der Jndäer. Kendebaios und sein Heer wurdengeworfen, bis nach Azotos verfolgt, nnd diese Stadt, welche Widerstandgeleistet, wurde verbrannt. Jochanan, der zur Entscheidung am meistenbeigetragen haben mochte, erhielt von diesem Siege über die Hyrkanierden Namen Hyrkanos, den er später im Verkehr mit auswärtigenVölkern ausschließlich führte^). Juda, der jüngere Bruder, wurde dabeiverwundet u). Dies war die letzte Kriegstat Simons (137 bis 136),welche ihm die Zuversicht einflößte, daß seine Söhne die aufstrebendeMacht Judäas zu erhalten wissen würden.

Die Niederlage, die sein Heer gegen Simon erlitten hatte, erbitterteAntiochos noch mehr, aber zu schwach zu einem neuen Angriffe, nahmer, wie es den Anschein hat, zur List Zuflucht. Das Geschlecht derHasmonäer, das gegen sein Haus so hartnäckig und so glücklich gekämpfthatte, wollte er aus dem Wege räumen lassen, damit Judäa, seiner mutigenund umsichtigen Feldherren beraubt, von selbst seiner Macht wiederanheimfallen sollte. Er scheint zu diesem Zwecke den Ehrgeiz und dieHabsucht eines Mannes aufgestachelt zu haben, der als SchwiegersohnSimons eine Untat leichter ausführen konnte; er mochte ihm mit derHoffnung auf die Nachfolgerschaft geschmeichelt haben, wenn er Simon

u I. Makkab. 15, 26 42. Der Name der Stadt, welche Kendebaiosbefestigte, lautet Kedron, Vulgata: Gedor, der Syrer: Die Angabe,

daß Kendebaios sich von Jamnia dahin begeben, daß die Schlacht westlich vonBethoron war, und daß die Flüchtlinge bis Azotos entflohen, führt darauf, daßes Ekron gewesen sein muß, l/lxx»^^ verschrieben und fS. jedoch

Buhl, a. a. O., S. 188, der Kedron mit dem heutigen Katra identifiziert, vgl.noch Schürer, a. a. O., S. 255.)

2) Arabisches Makkabäerbuch, e. 26. I. Makkab. 16, 110.