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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Geschichte der Juden.

und seine Söhne uns dem Wege geräumt hüben wurde. Der Namedieses Schändlichen, den nicht Ehrfurcht vor einem in Heldentaten er-grauten Alter, nicht Liebe zu seiner Nation, nicht verwandtschaftlicheAnhänglichkeit an seinen Schwiegervater, nicht Dankbarkeit gegen seinenWohltäter von der verbrecherischen Tat zurückhielt, war Ptolemänsden Chabnb. Simon hatte ihm mit der Tochter auch Reichtnmergegeben und ihn znm Statthalter der Provinz Jericho eingesetzt; diesesalles befriedigte sein hochmütiges Herz noch nicht. Er wollte sich durchein Verbrechen zum Erben Judäas einsetzen lassen und, auf das Aus-land gestützt, sich in der Herrschaft behaupten; Ptolemäns war HerodesVorläufer. Wie dem König David erwuchs auch Simon ein Feindaus seinem eigenen Hanse. Es konnte dem Ptolemäns nicht schwerwerden, den Mordplan ansznführen, da auch der Vorsichtigste einessolchen Bubenstücks sich nicht versehen kann. Simon pflegte, ungeachtetseines hohen Alters, das Land zu bereisen, um die Handhabung derGesetze und die Bedürfnisse des Volkes mit eigenen Augen zu über-wachen. Bei dieser Gelegenheit kam er auch nach der Festung Dok(Dagon) unweit Jericho, wo sein Schwiegersohn seinen Aufenthalt

genommen hatte. Seine Frau und seine zwei jüngern Söhne, Inda

und Matthatia hatten ihn auf der letzten Reise begleitet, der ältereJochanan war in seiner Residenz Gazara zurückgeblieben. Ptolemänsheuchelte Gastfreundschaft gegen die dem Tode geweihten Opfer, bereiteteihnen ein glänzendes Mahl, und während sic, nichts Arges ahnend,sich im Familienkreise behaglich fühlten, wurden Simon und seineSöhne i) von Ptolemäns und seinen Trabanten überfallen und nieder-gehanen (Monat Schebat, Februar 165). Sobald die Untat verübt

war, schickte der Mörder Boten an den syrischen König mit der Auf-

forderung, ihm mit Truppen beizustehen, um sich des Landes bemäch-tigen zu können. Er schickte Boten nach Gazara, auch Jochanan ansdem Wege räumen zu lassen und endlich Boten nach Jerusalem, Stadtund Heiligtum für sich in Besitz nehmen zu lassen. Aber er sollte denLohn seiner Verbrechen nicht ernten; denn Jochanan wurde durch einenFreund gewarnt, der in der Verwirrung ans der Festung Dok nachGazara geeilt war, so daß die gedungenen Mörder bei ihrer Ankunftsofort ihre Strafe erleiden konnten. Auch gelang es Jochanan, nochvor Ptolemäns in Jerusalem anzukommen, wo er das Volk leicht aufseine Seite bringen konnte"). Die Hilfe des Antiochos traf nicht so-

U Josephus das. XIII, 7, 4.

I. Makkab. 18, 1117. Anders Josephus XIII, 8, I, daß die beidenSöhne erst später umgebracht worden seien. In den geringen Abweichungen,die Josephus von dem Makkabäsrbuche hat, verdient das letztere mehr Glauben.