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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Die Judäischen Münzen unter Simon. 59

So hotte denn Israel abermals einen gesetzmäßig gewählten Fürsten, denes während neun Jubiläen, seit der Gefangenschaft des Königs Zedekia,entbehrt hatte. Von Simon beginnen daher die altjudäischen Chronikendie Dauer der hasmonäischen Dynastie 10Z Jahre (von 140 bis 37)zu zähleni); Jonathans Regierungszeit rechnen sie nicht hinzu, augen-scheinlich weil ihm die Legitimität gefehlt hat. Der Umstand ist nichtzu übersehen, daß das Volk Simon nicht den Königstitel, sondern nurden eines Fürsten beilegte, nicht etwa, um dadurch dessen Macht-vollkommenheit zu schmälern, sondern um den Erinnerungen an dasdavidische Hans nicht untren zu werden. Wahrer König durfte nachder damaligen Volksanschanung nur ein Abkömmling Davids werden,und dieser werde zugleich der erwartete Messias sein. Daher enthieltder Volksbeschluß die Beschränkung, die dem Simon übertrageneFürstengewalt solle nur bis zum Auftreten des wahren Propheten(Elia) gelten 2 ), welcher der Vorläufer des Messias sein werde.

Erst nachdem Simon förmlich als Fürst anerkannt war, machteer von dem Münzrechte Gebrauch, das ihm Antiochos Sidetes ein-geräumt hatte. Es war das erste Mal, daß jndäische Münzen geprägtwurden, und die gewonnene Selbständigkeit Judäas konnte sich dadurchauch nach außen zeigen. Es waren Silbermünzen, ganze Schekel(mxloe, im Werte äginäischer Doppel-Drachmen, und der

späteren attischen vier Drachmen, vier römische Denare, ungefähr2^ Mark) und halbe Schekel, davon sich noch einige schön geprägteExemplare erhalten haben. Die Münzen geben ans der einen Seiteden Wert an mit den Inschriften:Schekel Israel," ans der Kehr-seite ebenfalls eine Inschrift:das heilige Jerusalem" (stsrusolialaimlla-Irseiosalla). Die Jahreszahl ist oberhalb des Emblems durch eineAbbreviatur das erste, zweite usw. Jahr^) ansgedrückt. Als Emblemeder Münzen sind Sinnbilder des Hohenpriestertnms Israels gebraucht,auf der einen Seite ein blühender (Ahrons-)Zweig und auf der anderneine Art Schale, vielleicht ein Weihrauchgefäß. Simon ließ ans diesenMünzen seine Persönlichkeit und Würde zurücktreten. Er nannte wederseinen Namen, noch sich als Fürsten oder als Hohenpriester. DieSchriftzüge dieser Münzen sind althebräisch oder samaritanisch, ent-weder weil die neuhebräische oder Qnadratschrift einen geheiligtenCharakter erlangt hatte, seitdem sie für die heiligen Bücher in Gebrauchgekommen war, und man dieselbe durch den Profangebrauch des täg-lichen Verkehrs nicht entweihen mochte, oder weil die althebräischen

*) Lsüer Olam llabba Ende; .4bocla sara 9a.

-) I. Makkab. 14, 41. °) Bergt. Note 30.