Simon zum erblichen Fürsten ernannt. 57
Tyrannen loszuwerden, vertraute er das Heil des Volkes jenemmächtigen Tyrannen Rom an, der die sich ihm ergebenden Völker mitseinen freundschaftlichen Umarmungen erstickte. Simon schickte judäischeAbgeordnete, Numenios, Sohn des Antiochos, und Antipater,Sohn des Jason, mit einem schweren goldenen Schilde als Huldigungs-gescheut, um die Gunst der römischen Bundesgenossenschaft für seinVolk zu erwerben. Der römische Senat war gar nicht abgeneigt, auchdie geringste Nation als seine Bundesgenossen aufzunehmen, in demsichersten Bewußtsein, daß er mit diesem scheinbar als Gnadenakt er-teilten Schutze den ersten Schritt gesetzt hat, sie zu seiner Vasallin zumachen. Rom glich einem treulosen Vormund, welcher die Güter seinerSchutzbefohlenen mit aller Umsicht wahrt, um eine desto reichere Erb-schaft anzutreten. Der römische Senat, vor dem alle europäischen undwestasiatischen Völker zitterten, weil gerade zu dieser Zeit die mächtigstenFeinde Roms, Griechenland und Karthago, ihr Haupt unter das römischeJoch gebeugt hatten, machte seinen Bundesgenossen und Vasallen be-kannt, daß er Judäa ebenfalls als Bundesgenossen ausgenommen habe,und daß es den syrischen Herrschern nicht gestattet sei, sich an Judäazu vergreifen (140) *). Kaum zwei Jahrhunderte später verlangte Rom,daß sein schamloser, blutdürstiger Kaiser im Tempel zu Jerusalemverehrt werden solle, und noch drei Jahrzehnte später hatte es dieKraft der judäischen Nation gebrochen, ihre Helden getötet und gegenden Rest eine Hetzjagd angestellt. Diese traurigen Folgen des Bündnissesmit den Römern sahen weder Simon, noch seine Zeitgenossen voraus,sondern freuten sich, daß sie von den Römern Freunde, Brüder undBundesgenossen genannt wurden, und die Nation war so dankerfülltgegen ihren Führer, der ihr diese Vorteile verschafft, daß sie ihmans eine feierliche und förmliche Weise die Herrschaft über sich dauerndübertrug.
Man wird kaum im Altertum ein ähnliches Beispiel finden einermit Bewußtsein ausgeführten Machtübertragung des Volkes auf einenFürsten und der ruhigen Verwandlung einer republikanischen Verfassungin die monarchische, wie sie damals die judäische Nation vollzogen hat.Wenn die Hohenpriester bisher auch die politischen Vertreter desVolkes waren, so hatten sie doch nur einen beschränkten Wirkungskreis,allenfalls die Steuern für die derzeitigen Machthaber zu sammeln undabzuliefern, und ihr Ansehen beruhte weit eher auf dem Herkommenals auf freier Huldigung. Die Hohenpriester glichen den Richtern derbiblischen Zeit, welche für die dem Volke geleisteten außerordentlichen
st I. Makkab. 14, 24; 15, 15 f., vergl. Note 9.