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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Simon Tharsi.

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legitimer Fürst. Er selbst scheint die erlangten Zugeständnisse nochnicht als völlige Unabhängigkeit betrachtet zu haben und datierte daherseine selbständige Regierung erst später, als ihm auch das Münzrechteingeräumt worden warZ.

Die Freude in Jerusalem über die erlangte Selbständigkeit, dieseit dem Untergange des jndäischen Staates unter dem letzten KönigZidkija schmerzlich vermißt wurde, war so gewaltig, daß die Vertreterdes Volkes, die Alten oder der hohe Rat, sich gedrängt fühlten, denJudäern in Ägypten Mitteilung davon zu machen. Sie hatten dabeiaber eine Unannehmlichkeit zu überwinden. Denn dort lebte Wohl nochOnias, der Gründer des Onias-Tempels, der Nachkomme des seit derRückkehr aus dem Exils an die Spitze gestellten hohenpriesterlichenHauses, das durch die Vorgänge in Judäa von dem hasmonäischenHause vollständig und aussichtslos verdrängt wurde. Mochte auchOnias oder seine Söhne die Hoffnung anfgegeben haben, je die Hohe-priesterwürde wieder zu erlangen, so war es doch peinlich, ihn und dieihm anhängenden ägyptischen Judäer daran zu erinnern, daß die Familie,welche seit der Regierung des Königs Salomo diese Würde inne gehabt,nun in der Heimat vom Volke beiseite geschoben und aufgegeben sei.Es war vorauszusehen, daß die Mitteilung dieser Tatsache im ägyptisch-judäischen Kreise schmerzlich berühren würde. Die Vertreter des Volkesgingen daher darüber hinweg und teilten nur mit, daß sie lange Zeitin Not und Drangsal gewesen, und daß Gott ihr Gebet erhört habe,wodurch sie in den Stand gesetzt worden seien, in dem Tempel, dender Feind so lange verwüstet und in dem er noch unschuldiges Blutvergossen hatte, wieder ungestört Opfer zu bringen, die Lichter ansdem heiligen Leuchter auzuzünden und die Schaubrote wieder aufzu-legeu?). Diese zarte Darstellung, welche alles vermied, was dieEmpfindlichkeit hätte verletzen können, auch die Einsetzung der Hohen-priester aus der Familie Jojarib, scheint unter den Judäern Ägyptenseinen guten Eindruck gemacht zu haben. Auch sie freuten sich derwiedererlangten Unabhängigkeit Judäas und betrachteten das Jahr, indem diese gewährt worden war, als ein besonders wichtiges ^). Simonselbst mag dazu geraten haben, ihn und seine Hohepriesterwürde nn-

*) Durch diese Annahme, daß das Volk die Souveränität antizipiert hat,ehe noch Simon davon Gebrauch machte, dürfte der Widerspruch sich auflöseu,der zwischen I. Makkab. 18, 42 und 14, 43 besteht. Dort heißt es, das Volksing an zu zählen, sobald das Joch der Syrer aufgehört hatte (ohne weitereBerechtigung), erst später kam das formelle Recht zum tait aooompli hinzu.

2) Das Sendschreiben, II. Makkab. 1. Vergl. Note 10.

2) Der judäisch-alexandrinische Schriftsteller Eupolemos stellt das Jahrder Unabhängigkeit als Ära auf. Vergl. Note 3.