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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Simon Tharsi.

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Simon besaß, obwohl bei der Übernahme der Führerschaft bereitsdem Greisenalter nahe, doch die Jugendfrische nnd den feurigen Mnt

wie zur Zeit, als ihn sein sterbender Vater zum Ratgeber für die

bevorstehenden Kämpfe gegen die syrische Zwingherrschaft empfohlenhatte. So kräftig war das hasmonäische Geschlecht, daß nur wenigenseiner Glieder Feigheit nnd Geistesschwäche znm Vorwurf gemacht

werden kann. Die meisten bewahrten bis znm letzten Hauche Jngend-kraft nnd Mut. Simon zur Seite standen vier hoffnungsvolle SöhneJochanan, Juda, Matthatia nnd ein Ungenannter, welche in denfortwährenden Kämpfen sich zu Kriegern herangebildet hatten. Mitsolchen reichen Hilfsmitteln versehen, befolgte er die Politik seines

Bruders, die Schwäche der Feinde anszubenten, das Land zu befestigenund das Gebiet Judäas zu erweitern. Aber es gelang ihm noch einmehrere?. Er verschaffte der jndäischen Nation die vollständigeUnabhängigkeil von dem syrischen Szepter und erhob Judäa zu einemselbständigen Staate. Simons beinahe neunjährige Regierung wirddaher mit Recht als glänzend geschildert, in welcher esden Greisenvergönnt war, in Ruhe ihr Lebensende zu genießen, der Jugend, sichihrer Kraft zu erfreuen und jedermann ohne Störung unter seinemWeinstock und Feigenbaum zu sitzen" Ü- Simons erster Schritt warsogleich ein Akt der Unabhängigkeit; das Hohepriestertum, das ihmdas Volk übertragen hatte, ließ er sich nicht, wie es bis dahin Brauchwar, von dem syrischen Lehnsherrn bestätigen, ein Brauch, dem sichselbst Jonathan nicht hatte entziehen können. Er benutzte vielmehr dieAnarchie des syrischen Reiches, in welche es Tryphon gestürzt, dasjenigeAmt, welches zugleich religiöse und politische Bedeutung hatte, derEinmischung der Fremden zu entwinden. Das heilige Priester-Diademsollte nicht mehr von der Hand heidnischer Machthaber nach Willkürverliehen werden. In Voraussicht des Kampfes, den dieser Schrittnach sich ziehen würde, ließ er sodann die Festungen Judäas wehrhaftmachen und sie mit Mnndvorrat versehen und knüpfte Unterhandlungenmit dem von dem Thronräuber verdrängten König Demetrius II.(Nikator) an, obwohl dieser Jonathans rettenden Beistand mit schnödemUndank vergolten hatte (o. S. 18). Simon berechnete, daß dieser inseiner Hilflosigkeit Judäas Besitzstand anerkennen nnd noch mehr ge-währen würde, wenn er nur von ihm als König von Syrien anerkanntwürde. Er sandte ihm daher durch eine feierliche Botschaft einegoldene Krone als Zeichen der Anerkennung und stellte ihm Hilfe gegenTryphon in Aussicht unter der Bedingung, daß er durch vollständigen

r) I. Makkab. t4, v. 12.