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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Geschichte der Juden.

trachtete nach dem Tode desselben nach dessen Krone, obwohl einThronerbe vorhanden war. Die nenerungssüchtige, wankelmütige undgesinnungslose Bevölkerung Alexandriens war sofort geneigt, den miß-gestalteten und boshaften Physkou als König anzuerkeunen. Indessenhatte die verwitwete Königin Kleopatra, welche während der Minder-jährigkeit ihres Sohnes die Regierung leitete, ebenfalls Anhänger.Ganz besonders stand ihr Onias bei, welcher schon früher ihr undihrem königlichen Gemahl eine kräftige Stütze war. Es scheint infolge-dessen zu einem Kriege zwischen ihr und ihrem feindlichen Brudergekommen zu sein, wobei Onias mit der judäischen Schar ans demGebiete Onion beteiligt war. Zuletzt kam ein Vergleich zustande,vermöge dessen Physkon seine Schwester heiraten und beide zusammenregieren sollten (145). Diese Ehe war sehr unglücklich. Sobald dergrausame Physkon in Alexandrien eingezogen war, tötete er nichtbloß die Freunde des rechtmäßigen Thronerben, sondern auch diesenin der Jugend, am Hochzeitstage mit dessen Mutter. Es entstand einZerwürfnis zwischen König und Königin, zwischen Bruder und Schwester.Der geile und blutdürstige Dickbauch erwies nicht nur einer Buhlerinöffentlich Gunst und Auszeichnung, sondern schändete auch die Tochterseiner Frau, füllte Alexandrien mit Blut und Schrecken, sodaß dieBewohner meistens die Stadt verließen und er über leere Straßenund Häuser herrschte. Selbst diejenigen, welche ihm die Krone errungenhatten, verschonte er nicht*). Wie sollte er die Judäer schonen, vondenen er wußte, daß sie zu seiner von ihm gehaßten Schwester-Gemahlinhielten? Als er erfahren hatte, daß Onias, der treue Freund Kleopatras,ein Heer sammelte, um ihr gegen die Schandtaten des UngeheuersHilfe zu bringen, erteilte er seinen Soldaten Befehl, sämtliche Judäerin Alexandrien mit Weibern und Kindern zu verhaften, nackt und ge-bunden auf einen Platz zu legen, um von Elephanten zertreten zuwerden. Die Elephanten, welche dazu gebraucht werden sollten, ließer vorher durch Wein berauschen, um sie zur Wut gegen die hilflosenSchlachtopfer zu reizen. Indessen trat etwas ein, was den unglücklichenJudäern wie ein Wunder erschien. Die berauschten Tiere nahmennämlich einen Anlauf nach der entgegengesetzten Seite, wo die Leutedes Königs saßen, um sich an dem erwarteten blutigen Schauspiel zuweiden, und töteten viele derselben. So wurden die Judäer gerettet.Physkons Buhlerin Irene, welche dem Wüterich das Ungeheuerlicheseiner Grausamkeit zu Herzen führte, brachte ihn dahin, Reue darüberzu empfinden und zu versprechen, daß er dergleichen in Zukunft nicht

Physkons Schandtaten erzählen Diodor Uxesrpta 33,. 1Vos8slinK,1 i. 593, 595 fg. und andere Stellen, Justinus 38,8.