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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Die Samaritaner in Alexandrien. 43

poetischen Schriften scheint die Feindseligkeit der Jndäer und Samaritanergegeben zu haben.

Die beiden in der Anerkennung des Gesetzbuches der Thora unddes einigen Gottes und in der Verwerfung des Götzentums einigen,sonst aber gegeneinander erbitterten Nachbarvölker hatten ihren gegen-seitigen Haß von alters her »och nicht fahren lassen. Der Religions-zwang unter Antiochos Epiphanes, die Mäkkabäerkämpfe und die Ver-änderung, welche infolge derselben eingetreten war, hatten diese Abneigungnicht gemildert, vielleicht noch eher geschürt. Wenn auch die Samaritaner,die wohl ebenfalls von Antiochos' Schergen gezwungen worden waren,die Verehrung des Gottes Israels anfzngeben, diesem Zwange sichnur ungern fügten, so machten sie doch nicht gemeinsame Sache mitden Jndäern, den gemeinschaftlichen Feind zu bekämpfen, standen viel-mehr ans der Seite desselben gegen ihre halben Bekenntnisgenossen.Judäischerseits erhob man gegen sie die Anschuldigung, sie hätten zurZeit des Zwanges ihr altes Bekenntnis abgeschworen, hätten freiwilligihren Tempel auf dem Berge Garizim dem hellenischen Zeus geweihtund hätten angegeben, sie seien keineswegs den Jndäern stammverwandt,sondern ursprünglich Sidonier, und seien nur infolge einer Notlagegezwungen gewesen, den Sabbat zu feiern und andere judäische Gewohn-heiten zu beobachten i). Es war aber eine falsche Anklage. Denn dieSamaritaner fuhren fort, ihren dem Gotte Israels geweihten Tempelauf Garizim heilig zu halten und nach der Vorschrift der Thora zuleben. Während des Religionszwanges scheinen Samaritaner ebenfallsnach Ägypten ausgewandert zu sein und sich ihren Stammesgenosse»,welche von Alexanders Zeit her dort angesiedelt waren, angeschlossenzu haben. Die ägyptischen Samaritaner eigneten sich gleich den Jndäerndie herrschende griechische Sprache und das griechische Wesen an.

*) Die beiden Sendschreiben (Josephus Altert. XII, 5, 6) der Samaritaneran Ant. Epiphanes und dessen Befehl an Nikanor bezüglich derselben könnenunmöglich echt sein, wie bereits von anderen geltend gemacht wurde. DasDatum in dem zweiten Schreiben: im 11t). Jahre 8el. im Monatverrat die Unechtheit. Das Datum entspricht Juli August 172: aber damalsbestand der Religionszwang noch nicht. Will man etwa der Zahl 4v noch eineEinzahl anslicken, so verdächtigt der Monatsname Lskatombaion, den dersyrische König gebraucht haben soll, statt des syrischen 1?aiisinos. Verdächtigist auch die angebliche Abstammung der Samaritaner von den Sidonier»; warumblieben sie nicht bei der Wahrheit, daß sie von den Babyloniern abstammen?Endlich ist auch der Lüich nicht naturgetreu. Kurz, die Sendschreiben

sind gemacht, um die Samaritaner als Götzendiener zu verunglimpfen undihre Zusammengehörigkeit mit Israel, deren sie sich rühmten, zu negieren. InHyrkans I. Zeit, als dieser di« Samaritaner bekämpfte und ihren Tempel zer-störte, mögen diese Schreiben fabriziert worden sei».