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Geschichte der Juden.
Schrifterklärung die Predigt^), welche allmählich nach der griechischenArt, allem und jedem eine gefällige, schöne Form anfzudrücken, kunst-voll ausgebaut wurde. Die Kauzelberedsamkeit ist eine Tochter deralexaudrinisch-judäischeu Gemeinde. Hier wurde sie geboren, großgezogenund vervollkommnet und diente später größer» Kreisen als Muster.
Der Reiz, welchen die griechisch redenden Jndäcr an dem ihnenzugänglich gemachten biblischen Stoff fanden, weckte die Lust derGebildeteren unter ihnen, diesen Stoff selbständig zu bearbeiten, ihnvolkstümlich zu machen, die Lehren, welche darin liegen, hervorznhebenoder auch das scheinbar Auffällige und Widersprechende zu erklären undauszugleichen. So entstand ein eigenes judäisch-griechisch esSchrifttum, das mit der Zeit einen großen Umfang erlangte undbefruchtend ans große Kreise wirkte. Ans der Jugend dieser eigen-artigen Literatur, in welcher die beiden Bolksgeister, die sich im Lebenabstießen, sich gewissermaßen brüderlich umarmten, ist nur wenig bekannt.Es scheint, daß auch an ihr sich der Erfahrungssatz bewährte, daß diegebundene und gehobene Rede der schlichten Prosa voranzngehen pflegt.Es sind noch Bruchstücke von Schriften vorhanden, welche die alt-hebräische Geschichte in Versen erzählen. Veranlassung zu diesen
ff Daß schon im 2. Jahrh. in Alexandrien über biblische Texte gesprochen,d. h. gepredigt wurde, ist durch das Vorwort des jüngeren Sirach belegt: <,!?
x. r. Es ist mit dem ersten Satze verbunden: „Da unsVieles und Bedeutendes in Gesetz, Propheten und den ihnen folgenden Schriftengegeben ist, wofür Israel notwendigerweise wegen Zucht und Weisheit zuloben ist, sodaß nicht bloß die Lesenden dadurch einsichtsvoll werden müssen,sondern auch die Weisheitbeflissencn, wenn sie sprechen oder schreiben, denaußen Stehenden nützlich werden können" nsw., (das schwierige -üe leitet wie«"vre den Folgesatz ein). Dieser Sirach kam 132 nach Alexandrien und fanddort bereits d. h. Prediger und Schriftsteller. Daß
die Vorträge aus den Vorlesungen aus dem Gesetze und aus Erklärung dunklerStellen hervorgcgangen sind oder richtiger damit verbunden waren, ist aus derklassischen Stelle belegt, welche Philo einem jndenfeindlichen Präfekten in denMund legt (äs Lomniis II, 18 sscl. N. p. 075, eü. 6obu-IVenüI. III. §127)):
xwürri? re xnl Hier haben wir das Voi lesen aus der heiligen
Schrift, die Auslegung und die langen Reden. Die Stelle in gnock omnisprobu8 liber 12 beweist weniger, da sie schwerlich von Judäern handelt (vergl.die Note über Philo und seine Schriften). Über die griechisch-judäische Kanzel-beredsamkeit vergl. Freudenthal, die Flavius Josephus beigelegtc Schrift überdie Herrschaft der Vernunft, S. 6 fg.