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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Geschichte der Juden.

Obwohl sie den Oniastempel als ihren religiösen Mittelpunktansahen, dorthin zur Festzeit wallfahrteten und daselbst ihren Opfer-bedürfnissen genügten, so dachten sie doch nicht daran, etwa wie dieSamariter, dem jerusalemischen Heiligtum die Verehrung aufzukündigenund ihm das ihrige nebenbuhlerisch gleichznstellen oder gar überzuordnen.Im Gegenteil, sie verehrten Jerusalem als heilige Metropole und denTempel als eine Gottesstätte, und sobald er wieder in seine Würdeeingesetzt war, erfüllten sie gegen denselben ihre religiösen Pflichten,schickten Abgeordnete dahin und opferten hin und wieder daselbst Z.Aber durch die wunderbare Erfüllung des Prophetenwortes-,daß inÄgypten einst ein Gottestempel prangen werde", waren sie auch stolzauf den ihrigen und nannten Heliopolis dieStadt der Gerechtigkeit"(Ir 1m-2säslr), indem sie darauf den Vers desselben Propheten an-wandten:Einst werden fünf ägyptische Städte den Gott Israels

anerkennen und eine davon wird die Stadt Heres sein;" sie lasen aberstatt dessen: Ir tm-^oäsü?). In Judäa würde man unter Umständenin ruhigen, der Empfindlichkeit und Peinlichkeit günstigeren Zeiten denOniastempel gleich dem Garizimtempel mit dem Banne belegt unddessen Angehörige gleich den Samaritanern ans der judäischen Gemein-schaft ausgeschlossen haben. Aber als die erste Kunde von dem Baudes ägyptisch-judäischen Tempels in Judäa einlief, war die Zerrüttungin Staat und Tempel noch derart, daß man keine Ursache hatte,einen Akt zu verdammen, der doch in der besten Absicht geschehen war.Betrachtete man den Gründer des Onias-Tempels, der ein Abkömmlingeiner langen Reihe von rechtmäßigen Hohenpriestern war, dessen Geschlechtseinen Anfang aus der Davidischen und Salomonischen Zeit datierte,und dem man die Wiederherstellung des Tempels nach der Rückkehraus dem Exile verdankte, der Simon den Gerechten zu seinen Ahnenzählte, und dessen Vater der fromme Onias III. war, so konnte manihm um so weniger grollen. Später, als die hasmonäischen Hohen-priester den Kultus in seiner Lauterkeit wieder hergestellt hatten, sahman allerdings mit Bedauern auf einen im Anslande bestehendenTempel, welcher die religiöse Einheit und die Heiligkeit des judäischenBodens gefährdete; aber dann hatte der Oniastempel durch die Reihevon Jahren seines Bestehens und die Dienste, welche Onias durch

Herrschaft, d. h. IS2, stattgefunden. sKoh ont, PH., Jos. Jüd. Krieg, aus demGriechischen übers. (Linz 1901), S. 796., setzt die Erbauung in das Jahr ISO.)

r) Bergt, über die hohe Verehrung seitens der ägyptischen Judäer für diesenTempel: Gesandtschaft an Casus Z 29, N. S73, fg. Die Arabarchen habenden Jerusalemischen Tempel reich verziert (Vgl. Note 4.).

") 8öptnaKinta zu Jesaia 19, 18.