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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Der Onias-Tempel in Ägypten.

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Philometor, dem er den Wunsch vortrug, gewährte ihm denselben ausErkenntlichkeit für die Dienste, die Onias ihm in dem Kriege gegenPhyskon geleistet hatte, und räumte ihm dazu einen Landstrich in derGegend von Heliopolis 180 Stadien (4^ geographische Meilen) nord-östlich von Memphis in dem Lande Gosen ein, wo einst die NachkommenJakobs bis zum Auszuge aus Ägypten gewohnt hatten. In einem ver-fallenen Götzentempel der ägyptischen Gottheit Bubastis, in dem StädtchenLeontopolis, wo einst Tiere abgöttisch verehrt worden waren,baute Onias ein judäisches Heiligtum. Dasselbe hatte äußerlich nichtganz die Gestalt des jerusalemischen Tempels, sondern war tnrmähnlichans gebrannten Steinen erbaut. Im Innern hingegen waren dieTempelgeräte ganz nach dem Muster der jerusalemischen eingerichtet,nur daß statt des siebenarmigen stehenden Leuchters ein goldenerHängeleuchter an einer goldenen Kette angebracht war. Priester undLeviten, welche sich der Verfolgung in Judäa entzogen hatten, fungiertenan diesem Onins-Tempel (Lst-6donso) mit Opfer und Liturgie. Fürdie Bedürfnisse des Tempels und der Priester überließ der König dasEinkommen der heliopolitanischen Gegend auf großmütige Weise. Dieseganze Gegend, welche einen kleinen Priesterstaat bildete, führte denNamen Onion um 153 15M). Es war noch ein Einigungsband

mehr für die ägyptischen Judäer.

*) Josephus jüd. Kr. VII, 1», 23. Altert. XIII, 3, 1. Die an letzterer 'Stelle mitgeteilte Korrespondenz zwischen Onias und Philometor bezüglich desOnias-Tempels kann unmöglich echt sein. Der heidnische König sollte Bedenkengehabt haben, daß ein judäischer Tempel auf einem durch den Tierkultus ent-weihten Platze erbaut werden sollte? Ein solches Gewissensbedenken könnennur Judäer gehabt haben, und die Korrespondenz hat offenbar die Tendenz,dieses Bedenken durch Hinweis auf Jesaia aus den Gemütern zu bannen.Das Datum der Erbauung dieses Tempels deutet Josephus durch die Angabeau, daß er 343 Jahre bestanden habe (jüd. Kr. das.). Diese Zahl ist gewißfalsch, da sie in das dritte Jahrh. hinaufführt, ein Jahrh. vor Onias. Statt300 muß man 200 lesen. Da Josephus in jüd. Kr. Onias' Flucht und Er-bauung des Tempels in die Zeit des Antiochos Epiphanes setzt (o. S. 28 N.),so dachte er unstreitig für diese Begebenheit an das Jahr 170. Der Onias-Tempelwurde von Lupus einige Jahre nach dem Untergang Jerusalems gesperrt.Nehmen wir 3 Jahre an, so erfolgte die Schließung 73 post -st 170 aiUs 243. So kommen die 243 Jahre richtig heraus. Indessen kann der Onias-Tempel nicht in Antiochos' Zeit erbaut sein, da Onias damals noch jung warund also Philometor noch keine Dienste geleistet hatte. Die Erbauung kannerst nach dem zweiten Bruderkriege, nach 154 stattgefunden haben (o. S. 20 N.);denn erst in diesem Kriege war Onias Philometor's Feldherr. Damals fungiertein Jerusalem kein Hoherpriester. Dieser Umstand mag Onias bewogen haben,diese Würde wenigstens in Ägypten zu erhalten. Die Erbauung hat alsowahrscheinlich zwischen 154 und dem Beginne von Jonathans Hoherpriester-