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Geschichte der Juden.
war und von dem syrischen König mit Waffengewalt selbst gegen dieHasmonäer unterstützt wurde, gab Onias die Hoffnung auf, in denBesitz der erblichen Würde zu gelangen und ließ sich dauernd in Ägyptennieder^).
Onias war nicht allein nach Ägypten gekommen, sondern hatteStammesgenossen aus Judäa im Gefolge, welche während der trostlosenLage des Vaterlandes unter Antiochos Epiphanes und seinem Nach-folger dort eine Zuflucht gesucht hatten. Ein Mann von besondererBedeutung, Namens Dositheos, scheint in derselben Zeit ausgewandertzu sein. Dieser und Onias waren berufen, eine einflußreiche Rolleunter Philometor zu spielen.
Gelegenheit dazu gab die Feindseligkeit der beiden Brüder, derKönige von Ägypten, des milden Philomctor und des wildenEuergetes II., eines Scheusals an Körper und Geist, der wegen seineshäßlichen Körperumfanges der Schmeerbauch (Physkon) und wegenseiner teuflichen Bosheit der Übeltäter (Kakergetes) genannt wurde.In den Kriegsläuften zu gemeinsamer Regierung mit ihrer SchwesterKleopatra, Gemahlin des älteren, berufen, hatte der jüngere, Physkon,den älteren Bruder vom Throne verdrängt und ihn gezwungen, nachRom zu gehen und dort im Bettleraufzug den Senat um Wieder-einsetzung auzuflehen. Der nach Ausdehnung der römischen Gewaltlüsterne Senat sprach zwar dem älteren Bruder Philometor das Rechtder Regierung zu, ließ sich aber die Gelegenheit nicht entgehen, Ägyptendurch den Bruderzwist zu schwächen. Er dekretierte, daß die LandschaftKyrene im Westen von Ägypten davon losgetrennt und zu einemeigenen Königreich für Physkon eingeräumt werden sollte. So geschahes auch. Aber dieser begnügte sich nicht mit dem kleinen Reiche, sondernbrütete immer wieder darüber, Philometor zu verdrängen, und da erin Rom ihm geneigte Senatoren zu finden hoffte, trat er mit Anklagen
') Josephus setzt im jüd. Kr. (I, 1, 1; VII, 10, 2) Onias' Flucht nachÄgypten noch während des ersten Stadiums der Wirren in Judäa unter Anti-ochos Epiphanes. Er identifiziert sogar diesen Flüchtling Onias mit Onias III. ^dem Hohenpriester. Diesen Irrtum berichtigte er aber — entweder von einerbesseren Quelle geleitet oder von Zeitgenossen aufmerksam gemacht — in denAltertümern. Hier (XII, 9, 7 und XIII, 3, I) macht er den Flüchtling zumSohne Onias' III., setzt aber dessen Flucht erst nach dem Tods Menelaos' (163bis 162). Das Richtige wird wohl sein, daß Onias der Sohn gleich nach demTode seines Vaters, weil wahrscheinlich auch sein Leben bedroht war, nachÄgypten entfloh und erst nach Menelaos' Tod und Alkimos' Einsetzung sich inÄgypten dauernd niederlieh, weil er die Hoffnung aufgeben muhte, das Hohe-priestsrtum zu erlangen. Auf diese Weise können die Widersprüche gelöst werden.sVgl. auch Schürer Ist S. 215, Anm. 16.)