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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Geschichte der Juden.

ihre Gegner es später anslegten Z? Tatsache ist, daß alexandrinischeJndäer später eine gewisse Aufsicht über den Hafen von Alexandrien undüber die Meeres- und Flnßschiffahrt führten, welche ihnen einer derägyptischen Herrscher eingeräumt hat^j. Von dieser Lage zogen sie dengrößtmöglichen Nutzen; sie gaben sich der Richtung, hin, welche sie ihnenvorschrieb; sie verlegten sich auf Schiffahrt und Ausfuhrhandel"),Die Getreidefülle, welche Rom für seine Bevölkerung und Legionenvon Ägyptens reichen Fluren bezog, wurde ohne Zweifel auch aufjudäische Schiffe verladen und durch jndäische Kaufleute ans den Marktgebracht. Wie einst ihr Vorfahr Joseph, versorgten sie die getreide-armen Länder mit dem Segen der ägytischen Ernte. Wohlstand undverfeinerte Lebensweise waren die Früchte dieser Tätigkeit. Doch warHandel und Schiffahrt weder ausschließlich in den Händen der Jndäernoch deren ausschließliche Beschäftigung. Vermöge ihrer Lernbegierund ihrer Anstelligkeit lernten sie bald den Griechen ihre Kunstfertigkeitab und wußten Rohprodukte schön und sinnreich zu verarbeiten. Esgab unter den alexandrinischen Judäern viele Handwerker und Künstler,die in einer Art Zunftgenossenschaft organisiert waren''). Brauchteman in Palästina Künstler für den Tempel, so berief man sie aus deralexandrinisch-judäischen Gemeinde"), wie man sie in. früherer Zeit ausPhönizien verschrieb. Die alexandrinischen Jndäer eigneten sich fernerdie griechische Kriegs- und Staatskunst und die melodische griechischeSprache an trotz der Schwierigkeit, welche das an die hebräischenKehllaute gewöhnte Organ in der Anssprache des Griechischen findenmußte. Sie vertieften sich endlich in die griechische Gelehrsamkeit unddas Schrifttum so sehr, daß manche unter ihnen Homer und Platoebenso gut verstanden wie ihren Mose und Salomon. Die Wohlhabenheit,die edlere Beschäftigung und die Bildung flößten den alexandrinischenJudäern Selbstbewußtsein und ein Hochgefühl ein, wie sie etwa inspäterer Zeit die spanischen Inden besaßen. Die alexandrinische Gemeindegalt als Mittelpunkt der judäischen Kolonie in Ägypten, und auch dieauswärtigen Jndäer, selbst Judäa zu Zeiten, lehnten sich gerne andiese starke Säule des Judentums an.

Die alexandrinische Gemeinde besaß in allen Stadtteilen Gebet-häuser, welche hier den Namen Prosenchen oder Prosenkterienführten"), unter denen sich die Hauptsynagoge durch künstlerischen Bau,

Z Josephus gegen Apion II, 4. ") Das. II, 5. Vergl. Note 4.

°) Philo das. ch Philo das. Vosst'ta Lnblla, v. 4, 0.

b) ioina 38 a. Lraelnn 10 b.

°) Philo gegen Flaccus 6, A. II, 528. I,sZ'atio all 6asum 20. VitaKosis II, 27.