14
Geschichte der Juden.
sich zu gewinnen, der, wenn er der von ihm erlittenen Feindseligkeiteingedenk sein sollte, ihm durch Anschluß an seinen Gegenkönig sehrgefährlich hätte werden können. In einem einnehmenden Schreiben anden Hasmonäerführer machte er ihn zum Bundesgenossen, erlaubte ihmTruppen anznwerben und Waffen anzuschaffen und befahl, daß ihmdie jndäischen Geiseln ansgeliefert würden. Jonathan säumte nicht,diese günstige Gelegenheit wahrzunehmen, eilte nach Jerusalem, nahmBesitz von demselben, ließ die Mauern ansbessern und setzte es inwehrhaften Zustand i). Die Hellenisten mußten ans Furcht vor derMacht in den Händen ihres Hauptfeindes die jndäische Hauptstadt ver-lassen und Schutz in der Festung Betznr suchen. Aber AlexanderBalas, der auch seinerseits Unterstützung brauchte, bewarb sich nichtminder um Jonathans Bundesgenossenschaft und wußte ihn geneigterfür sich zu machen. Er ernannte ihn zum Hohenpriester, schickte ihmeinen Purpurmantel und eine goldene Krone und erklärte ihn hierdurchzum Vasallenfürsten des syrischen Reiches und zum Freunde des Königs.Am Hüttenfeste (152)^) legte Jonathan zum ersten Male den hohen-priesterlichen Schmuck an und fungierte im Tempel als Hoherpriester^),der erste, welcher diese Würde dem hasmonäischen Hause für die Dauererworben hat. Denn Matthatia, der Stammgründer, war nicht mitdieser Würde bekleidet, und Inda Makkabi hatte sie nur vorübergehendinne^). Die Priesterabteiluug Jojada, aus welcher bis dahin dieHohenpriester stammten, war dadurch gegen die Abteilung Jojaribwelcher die Hasmonäer angehörten, zurückgesetzt"). So lvar denn dastief erniedrigte, au den Rand des Untergangs gebrachte Judäa durchden Heldenmut und die Opferfreudigkeit einer kleinen Schar gehobenans dem beinahe zwanzigjährigen Kampfe hervorgegaugen. Die leidendeRolle, welche es vor dem Aufstande sich hatte gefallen lassen müssen,und die es zum Zankapfel zweier ehrgeiziger Höfe gemacht hatte, warjetzt in eine tätige verwandelt. Es nahm eine imponierende Stellungein und konnte in den politischen Verwickelungen Vorderasiens einWort mitsprecheu^
Zu dieser immer zunehmenden Machtstellung trug Jonathanwährend seiner neunjährigen Regierung (152 — 144) viel bei. Mitrichtigem Blicke erkannte er in dem Streite um die syrische Krone, aufwelche Seite er sich stellen sollte. Er schlug sich zu Alexander, obwohlDemetrios, wie einer, der nichts zu verlieren hat, dem Volke dieglänzendsten Versprechungen gemacht hatte, um cs gegen Jonathan auf-
i) I. Makkab. 10, 1—11. ?) Das. 10, 12—14.
») Das. 10, 15-21. -y S. B. Ilb, S. 395 Note.
S. das. S. 392.