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Geschichte der Juden.
Wie sollten sie den wiederholten Angriffen des syrischen, in dermazedonischen Kriegskunst ergrauten Heeres ans die Dauer standhalten! Darum gingen die Hasmonäer staatsmännisch zu Werke undwaren darauf bedacht, die Schwäche des syrischen Reiches zu be-nutzen und sich mit dessen Feinden in Verbindung zu setzen. DieHanptfeinde der syrischen Dynastie waren die Römer, welche damalsschon in den Scheitelpunkt ihrer Macht getreten waren. Mit diesenHerren der Welt scheint schon Juda in Unterhandlungen getreten zusein, wenn auch die Nachricht von einer förmlichen Gesandtschaft, dieer nach Rom um Eintritt in das Verhältnis der römischen Bundes-genossenschaft geschicktes, nicht recht wahrscheinlich ist. Auch mit demparthischen Könige, Mithridates I., der um dieselbe Zeit glücklicheAngriffe auf die syrischen Besitzungen jenseits des Euphrats machte,scheinen die Hasmonäer eine diplomatische Verbindung angeknüpft undvon ihnen Hilfe erwartet zu haben. So dürfte jene Tradition zuverstehen sein, welche berichtet, daß Israel, d. h. die Hasmonäer, nachden Bergen des Ostens blickten und Hilfe von den Persern er-warteten-). Mit einem Worte, diese hasmonäische Partei ließ sich vonder politischen Klugheit leiten, die eigene Unzulänglichkeit durch Hilfevon außen zu unterstützen. Aber gerade diese weltliche Politik derHasmonäer mißfiel ihren Verbündeten, den Aßidäern. Diese, welcheihr ganzes Vertrauen ans Gott setzte», konnten sich Schlachten undSiege nur in biblischer Weise denken, daß Gott die Feinde answunderbare Weise vernichten werde, wie Sißeras Heer am FlußKison vor Barak, die Ammoniter und Moabiter im Tale Berachavor dem frommen König Josaphat und wie die Assyrer unter Sancheribvor Jerusalem. Auswärtige Hilfe suchen, war ihnen gleichbedeutendmit Unglauben an Gottes Allmacht. „Besser ist's ans den Herrn ver-trauen als auf Menschen; besser ist's auf den Herrn vertrauen alsauf Fürsten"^. Darum machte ein Führer der Aßidäer-Partei denHasmonäer» den Vorwurf, daß sie von den Persern Hilfe erwarteten.„Heißt es nicht in der Schrift", so äußerte er sich, „verflucht sei derMann, der Fleisch zn seiner Hilfe macht und von Gott sein Herzabwendet," und ferner: „gesegnet sei der Mann, der auf Gott ver-traut, dann wird auch Gott seine Zuversicht"^)? Man kann wohlvermuten, daß diese Unzufriedenheit Mitnrsache war, daß sich dieAßidäer von den Hasmonäern getrennt und dadurch die Zahl der
st Vergl. B. IIb S. 374.
-) Märasob I'ObannImb in Lst-ba-miäraseb I, eclit. IsIIinek, S. 14V.
st Ps. 118, 8 sg.
st Niäraseb I'Lbannbab in a. a. O. S. I4V.