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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Jonathan Apphus.

Kämpfer vermindert haben, ein Umstand, der wohl Jndas Tod ver-schuldete. Denn in der große» Bedrängnis, als er von den syrischenHeeren umringt war, blieben ihm nur 800 Mann treu, die tapfer,aber unglücklich gekämpft haben.

Von diesen drei Parteien hatten nur die Kas monäer Aussicht,aus Ruder zu kommen. Denn die Griechlinge hatten allzusehr mitder Nation im ganzen gebrochen, sich zu sehr verhaßt gemacht, alsdaß ihnen je eine Zukunft beschieden sein konnte. Und die Aßidäerhatten wiederum einen zu beengten Gesichtskreis, waren durchausohne Verständnis für die politischen Verwickelungen, von deren Be-nutzung das Zustandekommen friedlicher, ungestörter Verhältnisse ab-hängig war, waren auch zu wenig ehrgeizig und liebten zu sehr dieRuhe, als daß sic den anarchischen Zustand zur Ordnung hätten hin-überführen können. Und die Anarchie, welche zu dieser Zeit in Judäaherrschte, war schrecklich genug. Die zwei bewaffneten Parteien, dieHasmonäer und Hellenisten, befehdeten und zerfleischten einander, wosie zusammeutrafeu; Mißhandlungen und Metzeleien waren au derTagesordnung, und es gab keine Autorität, welche ihnen hätte Ein-halt tun können. Es scheint nicht einmal eine regelmäßige Behördebestanden zu haben. Die Anarchie wurde durch die Hungersnotnoch mehr gesteigert, wahrscheinlich herbeigeführt durch die syrischenHeere, welche wiederholentlich Einfälle ins Land machten und dieSaaten zerstörten. Die Hauptquelle schilderte diese anarchische Zeitmit den Worten:Es war eine große Betrübnis in Israel, wie sienicht war seit dem Tage, als die Propheten aufgehört haben" °ch. Indiesen Drangsalen blickten die Verzweifelten auf Lonathan Apphus(Chap hus) und erwarteten von ihm, daß er die Hellenisten demütigen,die Syrer aus dem Lande jagen und Frieden und Wohlstand wieder-herstellen werde^j. Aber Jonathan hatte weder die kriegerischeTüchtigkeit seines Bruders Juda, noch wurde er von dem ganzenVolke unterstützt. Er war mehr Politiker als Feldherr, verstandbesser die Schwäche des Feindes auf diplomatischem als auf kriege-rischem Wege zu benutzen. Zu schwach zum Angriffskriege gegenBakchides und sein Heer, das Demetrios in Judäa hatte einrückenlassen, mußte er sich auf die Verteidigung beschränken, so oft er vondem syrischen Heere angegriffen wurde. Denn der syrische Hof sahmit Recht in den Hasmonäern eine Rebellenschar, welche ihnen dieUntertanenpflicht aufzukündigen strebte, und verfolgte sie als solche.Vor diesen Verfolgungen verschanzten sich die Hasmonäer in der

i) I. Makkab. 9, 24. Das. 27. °) Das. 283t.