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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabis bis zum Untergange des judäischen Staates 1 (1905)
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Geschichte der Juden.

Hauptbeschwerde, welche das Volk zu mannhafter Gegenwehr auf-gestachelt hatte, erledigt und der Sieg gewissermaßen errungen undbefestigt. Der Zwang, den Gott Israels zu verleugnen und dafürdem Zeus zu opfern, die judäische Sittenstrenge aufzugeben und dengriechischen Leichtsinn anzunehmen, hatte aufgehört. Der Vertrag,welchen Juda Makkabi mit dem unmündigen König Antiochos Eupatorund seinem Feldherrn und Vormunde Lysias in Jerusalem geschlossenhatte (163), sicherte dem Volke die Religionsfreiheit zu^), und derdarauffolgende König Demetrios I., wenn auch von feindlicher Ge-sinnung gegen die Judäer, hatte diesen Vertrag nicht gebrochen. ImTempel zu Jerusalem durften die Opfer vorschriftsmäßig gebrachtwerden, und wenn auch der von Demetrios eingesetzte HohepriesterJakim oder Ultimos g erade nicht der Liebling des Volkes war,so war er doch, seinem Vorgänger Menelaos unähnlich, von reinpriesterlichem Geschlechts. Zwar hatte die hell enistische. dem Jndeu-tume feindliche Dartei, noch immer die Burg Akra in Jerusaleminue, von wo aus sie den Treugebliebenen Untergang und demTempel Schändung drohte, und reizte durch ihre sich wiederholendenAnklagen gegen die Patrioten den syrischen König, Heeresmassen gegenJudäa zu senden. Der Sieger Bakchides hatte sie gar zu Herrendes Landes eingesetzt, und diese Gewalt mißbrauchte sie nach Herzens-lust zum Verderben der Frommen^). Aber solche Vorgänge, welchewohl edle Naturen zur Abhilfe oder Aufopferung aufrütteln, er-scheinen dem vor allem Ruhe liebenden Volke nicht bedeutend genug,um sich, die Seinigen und das Seinige auf das Spiel zu setzen wennes nicht von einer mit Autorität bekleideten Gewalt dazu gezwungenwird. Und an einer solchen allgemein anerkannten Autorität fehltees gerade nach dem Tode Juda Makkabis; die Führer des Volkesgingen in Parteiungen auseinander, und die Hasmonäerbrüder, wie-wohl die Lieblinge des Volkes, hatten noch nicht so viel Ansehen er-langt, um die Gesamtheit der Nation um ihre Fahnen sammeln zukönnen; sie galten eben auch nur als eine Partei.

M,an kann nämlich schon in der Zeit noch vor Judas Tod dreiausgeprägte Parteien unterscheiden, wie denn überhaupt das Partei-wesen, welches das Symptom einer lebenskräftigen Geschichte ist,seinen Ursprung in der Makkabäerzeit hat. Die eine ältere im Juden-tums wurzelnde Partei waren die Chaßidä er (Aßidäer ), die Streng-frommen. ^

U I. Makkabäerbuch 6. 5961. Bd. II b S. 361.

") Bergt. B. II b S. 367 N.

2) I. Makkab. 9, 25 f. 13, 47 f.