453
Note 8.
skythische Horden in Medien eingefallen seien, welche diesen zwangen, von dieserBelagerung abzusteben und für dis Sicherheit des eigenen Landes zu sorgen.Daraus folgt ohne weiteres, daß die Niederlage des Phraortes, die Thronbe-steigung seines Sohnes, die Belagerung Ninive's und der Einbruch der Skythennicht lange auf einander folgten. Es kommt also nur darauf an, Kyaxares'Regierungsanfang zu fixiren, um die Zeit der Invasion zu ermitreln. Nun hatM. v. Niebuhr exakter als Max Duncker aus dem Synchronismus der metrischenund lydischen Königsreihe für Kyaxares' Regierungsanfanq das Jahr 114oder 115 der Aern Nabonassar eruirt (Gesch. Assur und Babels S. 66 fg.1,d. h. 634—633 vorchristlicher Zeit ssVgl. zur Chronologie jetzt Meyer, Geschichted. Alterthums I, S. 553—558, vgl. S. 544 f. Danach regierte Kyaxares von624—587. S. auch Schrader-Winckler, S. 102 f.s. Dieses Datum wird umzwei Jahre Differenz durch ein ausdrückliches Zeugniß bestätigt, und es istmerkwürdig, daß weder Niebuhr noch andere Forscher es für diese chronologischeUntersuchung herangezogen haben. Diodor rsferirt nämlich nach Herodot, daßKyaxares im zweiten Jahre der 37. Olympiade zum König der Meder er-hoben wurde (II. 32, 88—90). rö t'ro? ry? kTir«.
'Kgöllarnr. Nun findet sich zwar diese Datumsangabe bei Herodot nicht, wahr-scheinlich fand sie Diodor in dessen untergegangeyer Schrift über die Assyrer.Hier ist also deutlich angegeben, daß Kyaxares seinem Vater nachfolgte:Olymp, 37, 2, d. h. 631 vorchr. Zeit. In das erste Jahr Kyaxares' setzt auchEusebius' Kanon den Einbruch der Skythen: Üoytlmö usgus ucl Ualukst.iiuuupsnstruvsinnd (nach Hieronymus Uebersetzung, woraus die Angabe beiSyncellus), und das Jahr bestimmte er als Olym. 36, 4, d. h. 633, was sichdem obigen Datum nähert. Anderseits setzt er dieses Factum 123 ad urdsoonäita, d. h. 631; dieses beruht auf seinem von Hause aus unkritischenCalcül. Als gewiß kann demnach angenommen werden, daß Kyaxares 634 oder631 zu regieren begann. In demselben Jahre begann er den Krieg gegenAssyrien und Ninive's Belagerung. In demselben Jahre brachen die skythischenHorden ein. Indessen ist es unwahrscheinlich, daß auch die Invasion derSkythen durch Asien bis Aegypten in demselben Jahre stattgefunden haben soll.Um Medien zu unterjochen, Assyrien tributpflichtig zu machen, wahrscheinlichauch in Babylonien einzufallen, dann durch Syrien und Phönicien zu stürmenund endlich durch die Ebene an der Küste bis Philistäa vorzudringen, dazuhaben sie wohl einige Jahre gebraucht. Man kann also den Einfall der Skythen inPalästina frühestens um 631 nnsetzen, d. h. in Josia's neuntes Jahr (s. chronolog.Tafel, B. I.). Jedenfalls war diese Invasion bereits eine vergangene Thatsache,als Jeremia auftrat, da er erst im dreizehnten Jahre Josia's zu prophezeienbegann. Es ist also ein grober Jrrthum von Ewald, Duncker und Andern,einige Jeremianischs Partieen, z. B. Kap. 4—6, auf de» Skythenschwarm zubeziehen Nachdem dieser längst abgezogen war, soll Jeremia von ihm alseinem zukünftigen Ereigniß gesprochen haben! Nur die Chaldäer deutet er an,sowie auch 1, 13 fg. .vx-m rmrn gleich 47, 2 mb? >nm. So faßtes richtig Keil auf (Einl. 2, S. 334) ^Durchschlagend scheinen jedoch die Dar-legungen Kuenen's a. a. O. S. 165, Nr. 12 zu seins. Dagegen kann Zephanjanicht die Chaldäer im Sinne gehabt haben, denn da er, wie allgemein angenommenwird, vor der Reformation, d. h. vor 621 gesprochen hat, so kann er unmöglichan die Chaldäer gedacht haben, da diese vor Nebukadnezar gar keine Bedeutunghatten. Wenn Zephanja von einem bestimmten verheerenden Feinde spräche,