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Geschichte der Juden.
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Die Invasion dev Skythen in Judäa.
Aus Herodot's Bericht (I. 103—105) von der Verheerung durch die Skythenin Asien und aus seinen Mittheilungen, daß sie auch in Aegypten einen Einfallversuchten, daß ihnen Psammetich im syrischen Palästina (kV -rjsIvglA) entgegenging, sie durch Geschenke davon abzuhalten, und daß ein Theilderselben in Askalon den Tempel der Aphrodite (Mylitta) verbrannt habe, ausdieser umständlichen Relation hat man mit Recht geschlossen, daß Judäa vondiesem Einfall nicht verschont geblieben sein kann. Sie, welche auf Plünderungausgingen, sollten Jerusalem bei Seite gelassen haben, das ihrem Ungestümnicht hätte widerstehen können? Entweder auf ihrem Zuge nach Aegypten oderauf ihrem Rückzuge, als sie Askalon zerstörten, das an der Grenze des judäischenGebietes nur eine Tagereise in gerader Richtung von Jerusalem entfernt lag,müssen sie einen Abstecher dahin gemacht haben. Diese Thatsache ergiebt sichvon selbst, wenn auch gar kein Zeugniß dafür vorhanden wäre. Ein indirectesZeugniß wird gewöhnlich aus Syncellus angeführt-, welcher eine Relation ausEusebius' chronologischem Kanon entlehnt hat, daß Beth-Schean den NamenSkythopolis von den Skythen erhalten habe (405, 3): ZVöAak 77»2«ra-rtv^v
Iväo-o/ro-.-'V. Allerdings wurde die Stadt Äeth-Schean unweit des dies-seitigen Jordan während des zweiten Tempels von den Griechen Skythopolisgenannt (bei Josephus und auch in der griechischen Uebersetzung zu Richter undanderen Schriften svgl. Buhl a. a. O. S. 205ss). Haben sich Skythen in dergünstig gelegenen Stadt Beth-Schean angesiedelt, so müssen sie Palästina vonWesten nach Osten durchstreift und auch Judäa berührt haben. Sepp führt nocheinen Beweis dafür an. Der ziemlich bedeutende Fluß Hieromax (Scheriat el-Mandhur), welcher von Osten kommend in den Jordan mündet, ist nur ein grä-cisirter Name für den ursprünglichen zmi', wie er im Talmud genannt wird.Jarmuch soll aber ein skythischer Name sein. Demnach müssen Skythen sich anden Ufern des Jordan niedergelassen haben. Indessen ist weder dieses Argu-ment, noch jenes aus Syncellus-Eusebius unanfechtbar. Man hat gegen dasletztere geltend gemacht, daß der Name Skythopolis aus einer Corruption desNamens Sukkothpolis entstanden sein kann. Nicht weit von Beth-Schean südlichlag nämlich die Stadt nww, und diese mögen die Macedonier Skythopolisgenannt haben, und der Name mag auf das nahgelegene Beth-Schean über-tragen worden sein.
Indessen, so gewiß es einerseits ist, daß die skythischen Horden, welchegegen Aegypten gezogen und Philistäa verheert haben, Judäa nicht ganz ver-schont haben können, so auffallend ist es auf der anderen Seite, daß weder inden Königsannalen, noch in den prophetischen Schriften aus jener Zeit eineNachricht von einer solchen Verheerung erhalten ist. Man hat zwar in Zephanjaund Jeremia Andeutungen dafür finden wollen, aber die Beweise sind durch-aus falsch. Um die ganze Unhaltbarkeit dieser der Exegese entlehnten Stütz-punkte nachzuweisen, ist es nothwendig, die Invasion der Skythen chronologischgenau zu fixiren. Herodot erzählt, daß, während der modische König Ky axares,welcher den Tov seines Vaters Phraortes in einer Niederlage durch die Assyrerrächen wollte (das. 103: -r- -r»7 Troi^r), die Stadt Ninive belagerte,