Note 6.
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Und das ist das ynnetum salisus. Die geschichtlichen Partieen in derGenesis über die Lorzeit haben durchaus keine selbstständige litterarische Bedeu-tung, sondern sollen einem Zwecks dienen. Dieser Zweck kann kein anderergewesen sein, als gewisse religiös-sittliche Ideen und Institutionen ermahnendoder warnend zu veranschaulichen. Kann man in Abrede stellen, daß die Er-zählung von Jiaak's beabsichtigter Opferung auf Morija auf das Heiligthumauf dem Berge Morija hinweist? Mag die Geschichte von der Sündfluth einerassyrischen Legende entnommen sein — was noch lange nicht eine feste Thatsacheist svgl. Barth a. a. O. S. 21 — 31 ) — so wird ihr in der Genesis nur ein ethischerWerth beigelegt, das Geschichtliche ist nur Nebensache, und ebenso das von der Kata-strophe von Sodom und Gomorrha, vom babylonischen Thurmbau. Wer da be-hauptet, daß die Erzählungen einen selbstständigen Cyclus ausgemacht haben, daßder Vers, der einen Genesis-Urkunde einepessimistische Anschauung vom Leben gehabthabe, der einer anderen eine optimistische, leidet beinahe an Hallucinationen. Er hatsich nicht klar gemacht, daß diese Urkunden nur aus dem Prophetenkreise hervor-ge„angen sein können, und dieser hatte durchweg eine optimistische Lebensbe-schauung. Wie gesagt, dieser Kreis,welcher nicht von Schriftstellersucht besessen war,harte diese Urkunden gewiß nicht um ihrer selbst willen schriftlich fixirt, sonderner wollte sie als Einleitung zu einem Codex geben, welcher Gesetze enthielt.
Mag Wellhausen noch so sehr, sich an die Grundbedeutung des Wortesnun anklammernd, sich darauf steifen, daß es nicht ein bestimmtes, fixirtes Gesetzinvolvire, sondern einfach Belehrung, um daraus zu folgern, daß es zur Zeitder älteren Propheten noch kein geschriebenes Gesetz gegeben habe — nicht ein-mal den Dekalog! — er hat, wie vieles Andere, so auch das übersehen, daß annicht wenigen Stellen auf ein solches geschriebenes Gesetz hingewiesen wird.Amos im neunten Jahrhundert wirft dem Reiche Juda vor, daß es die gött-liche Satzung nicht bewahrt Habs ( 2 , 4 ) 1120» i>,2i .im 11 nun .in oonL bx.
Was bedeutet denn o>pn? Doch etymologisch nichts Anders als ein gegrabeneBestimmungen! W. muß doch zuzeben, daß die Genesis der vordiuteronomischenZeit angehört, und in dieser wird es Abraham zum Verdienste angercchnet ( 26 , 5 )'.iii.li «lyin mirio mivlr'2 ior,''i. Wenn das nicht eine banale Tautologie sein soll,so setzt es doch voraus, daß es eine Gesetzsammlung gegeben haben müsse, inwelcher bereits verschiedene Theile und Gattungen unterschieden waren. Warendoch zur Zeit Jesaia's ungerechte Gesetze niedergeschrieben ( 10 , 1 ), wie sollte derProphetenkreis sich nicht oufgefordert fühlen, Gesetze der Gerechtigkeit undSittlichkeit, der reinen Gotteserkenntniß niederzuschreiben? Bestätigt ist dochdiese Thatsache durch den nur scheinbar dunkeln V. (Hosea 8 , 11 ) '01 ii 2112N121012 11 11:2 '111.1, worin man nur den richtigen Sinn finden kann svgl. auch S. 424 ),wenn man statt des unverständlichen 111 oder '21 liest >121, also: „ich habe für es (dasVolk) die Worte meiner Lehre ausgeschrieben, sie wurden aber als Fremdesgeachtet. So kann denn doch 111.1 hin und wieder eine niedergeschriebene Lehrebedeuten. Wenn man nicht zur lächerlichen Ausflucht greifen will, daß dieseGesetzsammlung nicht mit dem Pentateuch identisch, sondern verloren gegangensei, so wird man nolhwendiger Weise zugestehen müssen, daß mindestens einTheil des legislativen Pentateuchs zur Zeit der ältern Propheten vorhanden war.
Was den sogen. Priestercodex betrifft, so kann nur die Voreingenommen-heit ihn jung machen. Es kommen Wörter darin vor, welche ihr hohes Alterdocumentiren: das Wort 112m, an dessen etymologischer Erklärung man ver-zweifelt, ist gewiß uralt. Ebenso 1221 min, yri, i°m,i 2v,i, pn 1121, 112, dieNamen der unreinen Vögel, der Heuschreckenarten oxbv und bau, die Benennung
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