Note 6.
433
mittant., mais llans uns oivilisation batissants, lonäse snr 1s tiavail ser-vile. Also die Sabbatruhe ist nicht israelitisch, sondern stammt aus Babylonien.sDie Behauptung ist jüngst von Friedrich Delitzsch in seinem Vortrage„Bibel und Babel" (Berlin 1902) wiederholt und u. A. von I. Barth in seinerAbhandlung: „Babel und isr. Religionswesen" (Berlin 1902>, S. 6—14 gründ-lich und siegreich widerlegt wordenZ Aber da hätten doch die Israeliten sieerst während des babylonischen Exils kennen gelernt haben können! Und dochspricht der Prophet Amos öfter vom Sabbat mehrere Jahrhunderte vor demExils, ebenso Jesaia ein Jahrhundert später, und Jeremia klagt das Volk derSabbatentweihung an. Auch abgesehen davon: Welches Volk im Alterthumhatte keine Sclavcnhorden, welche die Arbeit für ihre Herren hätten ver-richten müssen? Die Aegypter wohl noch mehr als die Babylonier; sie habennoch mehr Bauten aufgeführt. Wenn schon, dann hätten die Israeliten denSabbat von ihren ägyptischen Zwingherren lernen können. Aber hatten dieseauch ein Gesetz oder einen Gesetzgeber, welcher ihnen befohlen hätte, dieSklaven einmal in sieben Tagen ruhen zu lassen? Es ist erheiternd, aberauch zugleich betrübend, wie mit der Entstehung der pentateuchischen Gesetz-gebung herumgesprungen wird.
Renan thut sich sehr viel zu Gute auf die Erfindung, daß die alt-israelitischeLitteratur — welche überhaupt ursprünglich profaner Natur gewesen sei — ausLiedern bestanden habe, zusammengestellt in einer Sammlung, genannt, dasBuch Jaschar. Mit diesem Jaschar oder Ha-Jaschar operirt Renan vielfach indieser Abhandlung. Er meint, es habe die Lieder enthalten, welche bis aufDavid's Zeit gedichtet worden seien. Seit dieser Zeit habe die israelitischeHistoriographie begonnen, und das Jaschar habe seitdem keinen Zuwachs erhalten.Das ist zwar unschuldig, aber wahr ist es nicht. Denn wir besitzen ein Zeug-niß, daß noch nach der Salomonischen Zeit eine Art Lied in diese Samm-lung eingetragen worden war. Dieses Zeugniß findet sich zwar nicht in demhebräischen Texte; aber der Quelle, woher es stammt, wird Renan die Glaub-würdigkeit-nicht absprechen. Es findet sich in der griechischen Uebersetzung zumBuche der Könige (1, 8, 53). Bei der Erzählung von der Einweihung desTempels hat sie den Zusatz (der eigentlich zu V. 12 gehört): „Damals sprachSalomo .... kikl-ov e/volp-akv e» ovp«vw — der Herr sprach zu wohnenim Nebel, baue;mein Haus, ein prächtiges Haus Dir, roü xaro-x-lv
„Siehe, es ist geschrieben im Buche des Liedes'"). KeinHebraist wird verkennen, daß dieser Zusatz sich ursprünglich im Urtext befundenhaben muß, zumal er theilweise eine falsche Uebersetzung verräth. So schonder Eingang: e/riiia-a« hebräisch wohl: wssn xiu p'8p (oder
ein anderes Verbum) vor den Worten im Texte: bsipo pvb -mu '.i. DiesePartie, wozu eben V. 12 gehört, mar geschrieben „im Buche des Liedes".
i) Nebenher sei gezeigt, wie falsch Renan's Sepher Ha-Jaschar ist. Hierwird es genannt: oü>l «vrH e» d. h.
isoo nmrw U'N ub.n, und es ist dasselbe wie IV'N -wo, denn die syrischeUebersetzung giebt das iv>n -wo in Josua 10, 13 wieder: unnawini u-woo, d. h.i'w.n isoo und in Samuel II 1, 18. i'vn ieoo. Es gab also kein BuchJaschar, sondern ein „Buch des Liedes oder der Lieder". Renan, welcherdoch nicht auf den masoretischen Text schwört, hätte diese Emendation sich nichtentgehen lassen sollen, da sie doch seine Annahme von dem Liederbuche bestätigt,und er hätte nicht gebraucht eine schlechte Etymologie vom Worte iv'.i zu geben.
Graetz, Geschichte der Juden. II. I. 28