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Geschichte der Juden.
aus dem Propheten Jesaia ließe sich entnehmen, daß die altisraelitische Vorstellunggewesen sei, die Gottheit habe die Weise und die Regel des Ackerbaues gelehrt,habe den Landmann unterwiesen und ihm das Rechte gelehrt (S. 417) also etwawie Minerva oder Demeter die Hellenen Oelpflanzung und Ackerbau gelehrt hat.
In der Fußnote wird die Stelle (Iss. 28, 23—29) in diesem Sinne aus-gelegt, und der darin enthaltene Gedanke, daß Gott durch Leiden sein Volkerzieht, wird durch exegetisches Mlßverständniß aus das Niveau des Niedrigenherabgezogen. Jesaia will doch offenbar in dieser Stelle etwas sehr Beherzigens-werthes mittheilen; darum leitet er mit den Worten ei»! „Erwäget und höretmeineStimme, lauschet und hört mein Wort". Und schließt mit den Worten:nrp nmor 'n onll nm e:, was W. wunderlich genug über-setzt: „Wunderbare Weisheit und große Einsicht", nrp und .i'wm ist aber nichtWeisheit oder dgl., sondern Natöschluß, Beschluß. Eine noch wundeilichere Ver-kennung zeigt die Usbersetzung des V 29: pin -ob im fragenden Sinne: „Wirddas Korn zermalmt?" Aber was zwingt denn, diesen Verstheil ohne r: inter-rogativum fragend zu nehmen? Schon das ist Willkür. Nun weiter: „Nein, nichtimmerdar drischt er (der tzandmann, der voraufgehend gar nicht als Subjektfigurirt) und treibt das Wagenrad und die Pferde (?) darüber". Also vnn bedeutet„treiben"! Und wo steckt die Präposition: darüber? „Er zermalmt es nicht"für np-v uh Aber ein feinfühliger Ausleger hätte aus der Septuaginta dierichtige L.-A. herausgefunden durch die geringe Emendation des Luffixum:oick^ . . (für d. h. uh (statt Itp.'ss); die Stelle
spricht also nicht von der Belehrung des Landmannes, sondern von der desVolkes. Ebenso irrthümlich ist übersetzt nrp pwni „er streut Dill und
säet Kümmel". Denn heißt zerstreuen und p-a- werfen, d. h. wirfteben hin, gleichgültig, wohin der Samen fällt, da diese Pflanzen geringwertig sind.Als Gegensatz wird angeführt (tsK. in^nt^) 1 . 1 H 2 : .-i^v Weizen,
Gerste und Spelt legt er bedachtsam ins Feld, daß auch nicht ein Samenkornverloren gehen soll. Daraus muß man schon erkennen, daß der Prophet eineParabel anbringen will, daher wird noch hinzugesetzt: Dill und Kümmel werdennicht mit dem Dreschwagen ausgedroschen, sondern mit dem Stock geschlagen",weil es nicht darauf ankommt, ob Körner zurückbleiben. Und nun wieder imGegensatz pn> vvh oder richtig: viv onh (wie die Peschitto hat): „Brodkornwird gedroschen" d. h je werthvoller eine Samenfrucht ist, desto härter wirdsie behandelt. Die Anwendung dieser Parabel auf das Volk giebt der Schluß.Und dies Alles hat W. durchweg mißverstanden und eine Trivialität darausgemacht. Ein Hebraist, welcher eine nicht gar zu dunkle Stelle so verkehrtauslegt, bringt seine Hypothesen um allen Credit.
Es ist wahrhaft erstaunlich, welche Hypothesen neuerdings wieder über dieEntwickelung des alttestamentliwen Schriftchums zu Tage treten. Rena»macht sich zwar lustig über die Pedanterie der deutschen Bibelkritiker und willgewissermaßen einen Theil dieses Schriftthums im Gegensatz zu diesen ältermachen, verfällt indetz ebenfalls in vage Behauptungen und zeigt, daß er denStoff nicht vollkommen beherrscht. In der Levus ckss ckenx mouckss stellt erdie Genesis dieses Schriftthums dar (Märzheft 1888: 1s8 oriZ-iuso cks la dible,üi8toirs et leZ-eucis). Darin behauptet er: I/ickss cku Labdat, S8t oriKinairecks Ladxtoue. Lite a äü betöre uou 0 I 1 S 2 ckk8 uomacte8 au bravait intsr-
*) >vhn: steht elliptisch 00:1 niv r6eu, für Besitzung, Feld, nstn:und ov bedeutet auch „einpflanzen"; mr, .verer.