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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 1 (1902) Vom Tode des Königs Salomo bis zum babylonischen Exile (586)
Entstehung
Seite
429
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Ertrag ist Zuwachs für die Könige, die über unsere Personen und unser Viehherrschen'' (9, 36). Und für diesen Zustand soll Esra eine abgerundete Agrar-und Sklaven-Gesetzgebung erdacht haben? Giebt es eine absurdere Utopie?Und weiter. Die Geschichte von den Töchtern Zelaphchad's wird des Breiter»im Priestercodex erzählt und das Gesetz daran geknüpft, daß weibliche Erbenvon Stammbesitz nur innerhalb des Stammes, sich verheirathen dürfen, damitein Theil des Stammgutes nicht einem andern Stamme zugewendct werde(Num. o. 36). Die Quintessenz dieses Gesetzes ist, daß die Stammesverfassung intactbleiben soll. Welches Interesse hatte Esra oder seine Zeitgenossen für die Stammes-unterschiede? Sie waren mit der Rückkehr aus dem Exil völlig verwischt. Allewerden in der nachsxilischen Zeit mum, Judäer, genannt. Wenn auch hin undwieder vom Stamm Benjamin die Rede ist, so hatte dieser Stamm keinen abge-grenzten Besitz, sondern wohnte mit Zugehörigen des StnmmesJuda untermischt.Und nun soll sich Esra hingesetzt und Gesetze formulirt haben für geweseneZustände, die für seine Zeitgenossen nicht das geringste Interesse hatten?

Doch wozu so lange bei dieser Absurdität verweilen, daß Esra Autor dergrößtenthsils legislativen Thora gewesen sei? Sie ist nicht neu, sie ist bereitsvon Spinoza mit Applomb behauptet worden, aber darin liegt nicht seine Denker-größe. Man kann Spinoza die Farbenblindheit für die Colorit-Nuancen deshebräischen Stiles verzeihen. Zu seiner Zeit war dieser Farbensinn noch nichtausgebildet. Er konnte nicht den Abstand ermessen, welcher zwischen demklassischen Stil im Pentateuch und dem der Estnischen Sprachfärbung liegt, derso groß ist, wie zwischen der griechischen Koine und der byzantinischen Schreib-weise. Wir kennen Esra's und Rehemia's Stil aus den Stücken, welche derChronist aus deren Denkschriften ausgenommen hat; er ist unrein und geradezuunschön in Sprache und Syntax. Und nun soll er das reine, in den historischenPartieen schöne Hebräisch im Pentateuch geschrieben haben! Das hebräischeSchriftthum seit Ezechiel enthält mehr oder weniger Aramaismen, und selbstdas zierliche Buch Ruth ist nicht frei davon. Ter Einfluß des Aramäischenwar unwiderstehlich. Stammte der Pentateuch aus der nachexiliichen Zeit, somühte er sie durch Aramaismen verrathen. Allein man kann eine hohe Preis-aufgabe stellen, solche darin nachzuweisen, und es würde kein Hebraist sich darumbewerben. Es ist also reine Verelendung, die Abfassung des Pentateuchs in dieödeste Zeit der hebräischen Litteratur zu setzen, welche nur die Chronik siroducirthat, eine Verblendung, die, wie gesagt, man nur Spinoza zu Gute halten kann.

Einen besonder«: Trumpf spielt W. für seine Hypothese mit dem Sühne-tag aus. Die Vorschrift für diesen Tag im Priestercodcx verrathe dessen Jugend,da nicht einmal in der Erzählung im Buch Esra von der Begehung der Feier-tage darauf Rücksicht genommen werde (S. IIS). Hätte W. sich die Bedeu-tung dieses Tages, und wie er in dem Priestercodex angeführt wird, klar gemacht,so hätte er nicht auf dieses Argument kommen können. Wie, die Stiftshütteist noch nicht fertig, es werden erst weitläufige Vorschriften für Bau uns Ein-weihung gegeben, und doch soll schon ein Sündenforren für dieselbe dargebrachtwerden, um den Altar zusühnen, 7 Tage hintereinander (Exod.29,3637-? Ergänztwird diese Sühnevorschrift bei der Einweihung der Stiftshütte. Da wirdgar angegeben, es soll ein Sühneopfer dargebracht werden, um Ahron unddas Volk zu sühnen (Levit. 9, 7). Dieses Sühnen wird noch mehr ver-vollständigt durch die Vorschrift nach dem Untergang der zwei SöhneAhrons, daß gesühnt werden soll für Ahron, sein Haus, die GemeindeIsraels, das Heiligthum, den Altar (das. 16, 16 ff.). Und diese