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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 1 (1902) Vom Tode des Königs Salomo bis zum babylonischen Exile (586)
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Geschichte der Juden.

Pentateuchs soll nicht aus den Factoren eines vollblütigen Volkslebens hervor-gegangen sein, sondern aus dem Kreise einer anämischen, beschränkten Sekte.Diese Sekte habe von Esra's Zeit an durch die Strenge levitischer Religions-gesetze als Gefäß eine Zeit lang ihren Dienst gethan, bis eine Zeit eingetrctensei, in welcher es überflüssig geworden, und es sei jetzt 12 pen px '^ 2 ; das istdie Tendenz derProlegomena zur Geschichte Israels". Man kann im Vorauswissen, wie diese Geschichte ausfallen wird. W. schwimmt in der Strömung,zu welcher actuell bedeutende deutsche Historiker den Anstoß gegeben haben,nämlich in der Strömung der subjektiven Historiographie: Anbetung desErfolges, Verherrlichung der Macht, Herosncultus. Buckle's Gesichtspunkt sürdie Geschichtsbetrachtung wird von deutschen Historikern fast belächelt. Imperatoren,Legionen und Divisionen, Waffenglanz und diplomatische Siege werden wiederin den Vordergrund der Weltgeschichte gestellt. Alles, was schwach und vondem Titanenschritt der Sieger niedergetreten wurde, wird von dieser historischenSchule verächtlich behandelt. Vas vietis! Die Gefallenen zählt sie nur auf,um den Sieg der Starken in's Licht zu setzen. Nun giebt es ein Volk, das inseiner Schwäche, trotz seiner wiederholten Niederlagen, doch stark geblieben ist,und eine weltgeschichtliche Bedeutung erlangt hat. Die Geschichte Israels bildetnun einmal eine nicht zu verleugnende Ausnahme. Sie hat ohne Gewaltmitteleine Culturmission vollzogen. Das soll, das darf nicht sein. Der breite Stromcivilisatorischer Thatsn in Judäa soll sich an der Bethlehemitischen Krippe ver-rieseln, oder so will es Wellhaussn darstellen es sei kein Strom gewesen,sondern nur ein Rieselbach, der sich im Sande verloren hätte, wenn ihn nichtein mystischer Messianismus ausgenommen und zum Strömen gebracht hätte.W.'s Geschichte Jsrael's wird, wie man im Voraus behaupten kann, noch vieltendenziöser gefärbt sein, als die Ewald's. Er wird gewiß in Deutschland sürden Augenblick eine höchst günstige Stimmung für seinen, wenn auch unter-höhlten Pragmatismus der israelitischen Geschichte finden. Man müßte aber,wie gesagt, einen Folianten ausfüllen, um den Ungrund seiner Deductionenaüfzudecken. Einige Züge dürften indeß für voruruheilslose Leser genügen, umseine Behauptung von Esra's Autorschaft des Priestercodex, d. h. des ganzenPentateuch's mit Abzug einiger Partieen, all adsuräum zu führen.

In der Einleitung zu den Gesetzen über Jncest wird vor den schlimmenBeispielen der Unzucht der Aegypter und Kanaaniter gewarnt (Levit. Kap. > 8).Wie kommt Esra oder seine pentateuchischen Mitarbeiter darauf, diese Völkerals Warnungstafel hinzustellen? Beide Völker hatten damals ihre Bedeutungverloren, sie waren von den Persern unterjocht, die Israeliten, oder wie esWellhausen lieber hört die Juden, hatten damals nicht die geringste Be-ziehung zu den Aegyptern und Kanaanitern. Esra hätte diese Unzüchtigkeiten,wenn er Beispiele hat anführen wollen, Ammonitern und Moabitern auf-wälzen müssen, mit denen das judäische Gemeinwesen damals in Conflict war,und gegen deren Ehevermischung Esra zu kämpfen hätte. Es ist völlig absurd,diese Partie Esra's Zeit zu vindiciren; sie muß lange, lange vor ihm alsGesetz niedergeschrieben sein, zu einer Zeit, als die Israeliten noch in Contactmit Aegypten und Phönicien gewesen ist.

Wie denkt sich denn W. die Agrargesetze im Prisstercodex (L. 0 . 25)? Wie,Esra sollte für das winzige Gemeinwesen zu seiner Zeit Gesetze fabricirt habenfür das Sabbatjahr, für das Jobeljahr, für den Ankauf und Verkauf vonGrundstücken und Häusern in Festungen und auf dem Lande und von Sklaven?Nehemia klatzt:In dem Land, das Du uns gegeben, sind wir Knechte, sein