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Geschichte der Juden.
das Gemüth und die Handlung belehrend und erweckend einwirken will, istsonnenklar. Als das Deuteronomium im Tempel aufgefundeu und dem KönigJosia vorgelegt worden war, wurde es öffentlich verlesen (Könige II. 23, 2).Das Bundesbuch hat Mose, wie erzählt wird, dem Volke vorgelesen (Exo-dus 24, 7). „Die steinernen Tafeln, die Lehre und die Vorschrift" sindniedergeschrieben, um das Volk zu belehren — 22212h (das. Vers 12). Und,so kann man weiter folgern, sind einzelne Partien bei passender Gelegenheit,um Jrrthümer zu zerstreuen, vorgelesen worden. Formulirt man die Fragein der Art, dann läßt sich die Zeit, in welcher die ältere Sammlung bereitsabgeschlossen und bekannt war, chronologisch fixiren. Hosea II. (vergl. o.S. 398) führt gelegentlich einen Vers an, der in seiner jetzigen Gestalt durch-aus unverständlich ist (Hosea 8, 12) wem) 21 ,»2 '.12m 122 w 2122m Das Wort102 ist grammatisch unhaltbar; „die Fülle meiner Lehre" giebt schlechterdingskeinen Sinn. Das Keri hat zwar dafür '22, im Plural, der allerdings erfor-derlich ist, da das Prädicat wem) sonst incongruent wäre. Aber der Pluralgiebt eben so wenig einen erträglichen Sinn. Die Emendation '222 drängtsich von selbst auf, und dadurch erhält der Vers einen prägnanten bedeutungs-reichen Sinn: wem) 2, >2- '22,2 '222 w amen. Das Verbum 2122)1 muß analogdem Verbum wem) als Aorist genommen werden. Also: „Ich schrieb ihm(dem Volke) die Worte meiner Lehre, aber sie wurden wie etwasFremdes geachtet." Hier haben wir eine deutliche Spur vom Vorhandenseinder Thora in Hosea's II. Zeit. Unterstützt wird diese Annahme durch dieWahrnehmung, daß gerade dieser Hosea mehrere Stellen aus der Thora citirt(9, 10): orwh iiw'i 2ip°> h>w M2 222; es ist die summarische Wiedergabe derErzählung (Numeri 25, 1 fg.). Ferner citirt Hosea (l2, 4—5) aus Genesis:w PNN'I .122 gx'22 2u 2!2'1 omim rm 222? DM21 1'2N NN 2PP P222 (vergl. 0. S. 420).Endlich führt er (12, 13) an: 222? 22M21 nemo bu-w" 22p', c-m .-ne? 2p>'' 2222.Also deutlich zwei Citate aus Genesis und eins aus Numeri. Ist das zufällig?Außer bei Hosea findet sich noch ein Citat aus Numeri bei seinem ZeitgenossenMicha (6, 5): 2172 p rpiw,.in >i)p .22, 2x12 -st» pho .22 n) 221 22p. DiesesCitat setzt die ganze Relation von Balak und die poetischen Par-tieen im Segen Bileam's voraus. Eine Anspielung auf die Erzählungvon der Feuer- und Wolkensäule durch den Wüstenzug scheint bei Jesaia vor-zuliegen (4, 5): 2bw 222b am 2)), 22p pp, ebenso bei demselben eine Anspielungaus die Erzählung von Mose's Erheben des Stabes beim Durchzuge durch dasrothe Meer (10, 26 d): o>ir2 -222 mv), 222 hp ,222,. Das kann nicht zufälligsein, daß gerade die drei zeitgenössischen Propheten aus der Zeit des Achasund Chiskija Stellen aus der Thora citiren, während ältere Propheten einSchweigen darüber beobachten. Nun nehme man den Vers aus Hosea nochhinzu: „Ich schrieb ihm die Worte meiner Lehre, sie kamen ihm aber fremdvor", worunter doch jedenfalls Gesetze zu verstehen sind, so hat man einenvollgültigen Beweis, daß die Thora in dieser Zeit bekannt, allgemeinbekannt war, bekannt nicht bloß in Juda, wo Jesaia und Micha ge>prochenhaben, sondern auch im Zehnstämmereich, wo Hosea II. aufgetreten ist. Be-kannt kann die Thora — oder einzelne Stücke derselben — nur dadurch gewordensein, daß sie öffentlich verlesen worden war. Man vergl. die Erzählung vonAthalia und von der Zerstörung des Baal-Tempels, der Bilder und Altäre inJerusalem bei Joasch's Regierungsantritt (Könige II. 11, 17—18) mit Exodus33, 12—17, von der eingeschärften Warnung, sich nicht mit kanaanitischenFrauen zu verheirathen, damit sie die Söhne nicht zum Götzendienst ver-