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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 1 (1902) Vom Tode des Königs Salomo bis zum babylonischen Exile (586)
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dergleichen feinere Züge scharf heraustreten und erklärt die scheinbaren Wieder-holungen *).

So erklärt sich auch die scheinbare Wiederholung mehrerer Gesetze (Exodus 23,1419 und 34, 1826), die ganz gleichlautend sind. Diese Gesetze gehörenzum Buudesbuche (das. 24, 7) und sind, laut Angabe, unmittelbar nach derMittheilung des Dekalogs mitgethsilt worden. Inzwischen hat das Volk sichdurch die Sünde des goldenen Kalbes vergangen und die ersten Gebote desDekalogs übertreten. Es schien also nöthig, die Hauptgesetze noch einmal demVolke einzuschärfen; daher die Wiederholung. Diese enthält ganz besondersWarnungen gegen Götzendienst (34, 1317) und Cuttusgesetze inVerbindung mit den Festen. Die Wiederholung ist also motivirt und beruhtkeineswegs auf einer Benutzung verschiedener Urkunden.

Was den Zusammenhang der Gesetzespartieen betrifft, so ist ja in ver-schiedenen Stellen der drei mittleren Bücher angegeben, daß sie zu verschiedenenZeiten geoffenbart wurden. Oefter ist auch Labei die historische V ranlassungerwähnt. Diese historischen Einleitungen bilden den Rahmen derGesetzesgruppen, und man muß darauf achten, wenn man den Zusammen-hang der einzelnen Gesetze unter einander ermitteln will. Berthen» hat seineAnnahme zur kritischen Gewißheit erhoben, daß die eiinelnen Gesetze unter derZehn, ahl gruppirt sind. In den Gesetzen des Bundesbuches ist diese Zehnzahlaugenfällig markirt. Indessen ist es Bertheau nicht überall gelungen, an derHand dieses Zahlenverhältnisses den Zusammenhang der einzelnen Gesetze untereinander zu ermitteln, daher müssen manche seiner Gruppirungen berichtigtwerden. Der Zusammenhang der Gesetzesgruppe» in Exodus von Kap. 25 anist leicht zu finden. Es scllte ein Zelttempel für die Wüstenwanderung erbautwerden, dessen Mittelpunkt die Bundeslade mit den beiden Steintafeln undzwei Altäre bilden sollten. Die Gesetze dafür sind transitorischer Natur.Daran reihen sich selbstverständlich Gesetze für die Priester und für dieEinweihung des Zelttempels. Zum Schluß dieser Gruppe (31, 1218)wird das Sabbatgesetz eingeführt, gewissermaßen, um anzudeuten, daß auch amBau des Heiligthums und seiner Geräthe am Sabbat nicht gearbeitetwerden soll. Nun sollte die Geschichte des Baues und der Einweihung erzähltwerden; sie ist aber durch den Vorfall mit dem goldenen Kalbe unterbrochen.Nachdem diese Geschichte und die darauf bezüglichen Gesetze erledigt sind, beginntdie Geschichte der Anfertigung des Zelttempels unv des Zubehörs, wobei Ein-gangs wiederum das Sabbatgesetz in Erinnerung gebracht wird (35, 13).An die Einweihungsopfer schließen sich die Opfcrgesetze überhaupt (Levi-

*) Auch die Wiederholung der Namengebung Beerseba deutet eineDifferenz an, wenn man genau auf einige Züge achtet. Was die Wieder-holung des Dekalogs betrifft, aus dessen stellenweise abweichender Ausdrucks-weise eine Verschiedenheit des Urtextes gefolgert wird, so beruht auch dieseAnnahme auf Jrrthum. I» Deuteronomium wird der Dekalog lediglichreserirt oder citirt. Mose erzählt, was bei der Offenbarung desselben vorge-kommon ist. Ein Citat braucht wahrhaftig nicht wörtlich zu sein. Vers 5, 15braucht nicht zum Dekalog zu gehören, sondern ist eine selbstständige Er-mahnung, an den Dekalog angeknüpft, die Sclaven menschlich zu behandeln,wie 15, 15; 16, 12; 24, 18. 22. Da das Deuteronomium auf humane Behand-lung der Sclaven und der Verlassenen besonders Gewicht legt, nimmt es jedesich darbietende Gelegenheit wahr, zu wiederholen:Sei eingedenk, daß auchdu Sclave und elend warst". Der Vers ist ein belehrender Zusatz.