bis 10). Was die letztere Stelle betrifft, so beruht die daraus gezogeneFolgerung auf einem allgemeinen Mißverständniß. In dem Namen Jisraelerblickt dis landläufige Exegese, den „Go tteskämpser" im Sinne von „Kämpfermit Gottes Beistand". In dem Manne, mit dem er gekämpft hat, sieht sie einenEngel, und dadurch bezieht sie schon die erste Namensänderung Jakob in Jisraelaus göttlichen Ursprung. Dann muß ihr allerdings die zweite Erzählung derNamensänderung aus göttliche Weisung ganz überflüssig erscheinen. Diese Auf-fassungsweise ist aber irrthümlich. In der ersten Erzählung (Genesis 32, 25—2ki)ist unzweideutig angegeben, daß Jakob gegen einen Mann rang und Siegerblieb, und in der Motivirung der Namensänderung ist das Verhältniß auf die-selbe Weise dargestellt. Aber diese Motivirung will verstanden sein; .ine- 'obomi omim kann ja unmöglich einen kategorischen Sinn haben, da
Jacob doch nur mit einem einzigen Wesen gerungen hat, während hier derPlural gebraucht wird. Man muß daher den Halbvers hypothetisch auf-fassen; er entspricht vollständig dem Halbvers Exodus 20, 25 und anderenBeispielen, in denen die hypothetischen Glieder durch Perfect und Aorist gegebenwerden.
bomi ll'irm amdx onr> «o ist gleich:ridbnoi cobx vom -pin m.
Die Partiiel m involviert in diesen Fällen eine doppelte Bedeutung, die derBegründung und der Bedingung; der Sinn des Verses kann daher nurder sein: „Denn kämpftest du (auch) mit Göttern und Menschen, sobliebest du Sieger." Factisch hat Jakob lediglich mit einem einzigenWesen gerungen; aber der Vorgang und der neue Namen sollten ihm zurVorbedeutung dienen, daß er (oder sein Samen), wenn er auch gegen höhereWesen und Menschen kämpfen sollte, stets Sieger bleiben würde. Das Wesen,das ihm entgegentrat, wird in der Genesis vm, ein „menschliches Wesen"genannt. Allerdings in Hosea, dem diese Erzählung bereits vorlag,wird es inbv genannt, aber das Verhältniß ist eben so dargestellt, daß Jakobmit diesem rang und ihn dahin brachte, sich für besiegt zu erklären (12, 4—5):H nor inbri im nem vmim nn >-nv »man Dieses Wesen weinte und flehte(Jakob) an, es zu entlassen. Es ist aber nicht erwiesen, daß zubv in der älterenbiblischen Litteratur „Engel", d. h. „himmlisches Wesen" bedeute, noch überhauptdaß die biblische Theologie eine ausgebildete Angeologie kenne. Unter demzuiir (Exodus 23, 20): "prob >n:n re. ist Mose, der Führer, zu
verstehen. Selbst in der nachexilischen Litteratur, dis bereits von der persischenEngellehre tangirt ist, wird ein Prophet ixbv genannt (Chaggar 1, 13)'.1 mrnbllo bn ebenso wird der Hohepriester iribv genannt (Maleachi 2, 7):
nm r»n 2 - m m msv >r. „Bote Gottes" ist Alles, was durch
die eigenthümliche Erscheinung, durch etwas Außerordentliches, durch einen höher»Auftrag sich als von Gott eigens gesandt oder veranstaltet, bewährt. AuchMenschen mit einem bedeutungsvollen Auftrag werden genannt, so in
der Geschichte Abraham's (Genes 18, 2). Daher wechselt so oft omim undkn inb?. Indessen ist hier der Ort nicht, dieses Thema ausführlich zu erörtern.Hier genügt es darauf hinzuweisen, daß in der ersten Erzählung angedeutetwird, daß Jakob das Wesen, welches seine Namensänderung ausgesprochenhatte, nicht als vollgültiges Organ Gottes angesehen hat, und erst alsihm Gott (im Gesichte) erschien, und diese Aenderung bestätigte, galt sie ihmals Offenbarung. Nur eine Vertiefung in Sinn und Anlage der Genesis läßt