der Schöpfung der Pflanzen und Thiere hervorgehoben, muv? oder an-ru?, daßdie Gattungen nicht vermischt werden sollen, was wieder gegen die scheußlicheVermischung von Menschen und Thieren gerichtet ist (Leviticus 18, 23>. Beider Schöpfung der Himmelslichter wird hervorgehoben, wozu sie bestimmt sind,dadurch wird die Astrologie abgewiesen. Bei der Schöpfung des Menschen wirdseine Ebenbildlichkeit mit Gott hervorgehoben, und damit schon auf das demNoa gegebene Gesetz (9, 5 fg.) gewiesen.
Zu verkennen ist nicht die Betonung, daß die ganze Schöpfung — undauch der Mensch — gut angelegt sei, daß von Gott nicht das Böse stamme.Das Böse und der Bruch komme vom Menschen. Die Geschichte des erstenMenschenpaares im Paradiese ist eben so tief ethisch, wie künstlerisch. Die voll-ständige Einheit von Mann und Weib, die ethische Bedeutung der Ehe, undauch die Andeutung der Monogamie können nicht einfacher und künstlerischerdargestcllt werden. Das Anstößige an der Erzählung von der Schlangeschwindet, wenn man bedenkt, daß die Propheten sich ebenfalls der Parabelbedient haben; die Vision des Micha ben Jimla (Könige I. 22, 19 sg.) unddie Sceuerie in der Einleitung zu Hiob sind dafür instructiv. So wie beidiesen Erzählungen der Leser nicht einen Augenblick zweifelhaft ist, daß ihmnicht ein thatsächlicher Vorgang mitgetheilt wird, sondern lediglich eine para-bolische Einkleiduna, ebenso in der Erzählung von der Unterredung derSchlange mit Eva und in der von Bileams Eselm. Hier wird wenigstens nochhinzugefügt, daß Gott der Eselin bei dieser Gelegenheit Sprache geliehen habe(Numeri 22. 28). Bei der Schlange dagegen wird die Sprechfähigkeit nichteinmal angedeutet, weil der Erzähler gar nicht beabsichtigte, glauben zu machen,daß die Schlange in Wirklichkeit gesprochen habe. Nimmt man die Schlangeals parabolische Figur, wosür sie der Erzähler lediglich ausgeben will, sohat die Erzählung eine sinnige, tief-ethische Bedeutung. Die Schlange istweiter nichts als Symbol der Klugheit, der Superklugh ei t; der Begriffdes bösen Princips oder des Urbösen liegt durchaus nicht darin. Selbst imParsiemus wurde erst in der Sassaniden-Zeit Angra-Maiuyus als Schlangebezeichnet (in dem unechten 22. Fargard des Vendidad 5—li fg. und imBundehesch) sVgl. Holzinger, Genesis, S. 38. 44s. Die Genesis läßt daherdie Schlange sophistisiren. Die erste Sünde — nicht Erbsünde — ist ausKlügelei und Gelüste begangen worden, sie bestand darin, daß das Menschenpaar,obwohl so unwissend, daß es nackt einherging, doch sich der göttlichen Erziehungentzog und selbst urtheilen wollte, was gut und böse sei. Die erste Sündewird nicht als Ungehorsam, sondern vielmehr als Selbstüberschätzungcharakterisirt. Die aufgelegte Strafe ist angemessen und als Erziehungsmitteldargestellt. Der Mensch soll durch Erfahrung zur Erkenutniß gelangen, daß erbezüglich des Guten und Bösen, der moralischen Handlung, einer höherenLeitung oder göttlicher Gesetze nicht entrathen kann.
In der Geschichte von Kain und Abel wird die Wirkung der erstenSünde dargestellt, aber zugleich die Fähigkeit des Menschen, Herr seiner Sünden-gelüste zu werden (4, 7: w br-'Ln nimi), und die Reue wird als Versöhnungs-mittel angedeutet In den Nachkommen Kains wird die verderbliche Wirkungder ersten Sünde gezeigt. Lemech, Kains Urenkel vierten Geschlechtes, nimmtzwei Frauen, während seine Vorgänger nur monogamisch lebten. Von diesenFrauen hat er vier Kinder, Jabal, den Hirten, Jubal, den Harfen- undFlötenspieler, Tubalkain, den Waffenschmied und endlich eine TochterNaahma. Die tiefere Bedeutung der ersten drei Namen hat PH. Buttmann