Wir können jetzt einen Schritt weiter gehen. An einer andern Stellespricht Jesaia (8, 18), als er eben die „Jünger" Gottes genannt hatte:
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„Sieh', ich und die Kinder, die mir Gott gegeben hat, sind oder dienen zumZeichen und zum Vorbilde." Aeltere Commentatoren haben bereits indiesen Kindern Schüler oder Jünger Jesaia's erkannt. In der That kannman dieses Wort nicht anders aufsassen. Denn hätte der Prophet seine eigenenKinder im Sinn gehabt, wie andere Ausleger es auffassen, so hätte er einPronomen gebrauchen und sagen müssen. Auch hätte Jesaia von seinenKindern nicht im Plural sagen können, daß sie durch ihre Namen eine prophe-tische Bedeutung für die späte Zukunft haben sollen. Denn er hatte nur einenSohn mit einem bedeutungsvollen Namen 2122 -mv. Der Name des Zweiten,2 vo bbw 222 sollte doch keine dauernde, sondern nur eine vorüber-gehende Bedeutung haben, daß die Beute Rezins und PekachS bald dem Feindeverfallen werde. Von einem Sohne mit einem so ephemeren Zeichen kann er,unmöglich gesagt haben, daß er für Jsrael's Zukunft von weittragender Vor-bedeutung sei. Was das Kind Immanuel betrifft, so war dieses durchausnicht der Sohn Jesaia's, wie die dogmatisch abgeschmackte Exegese seit beinahezweitausend Jahren behauptet, Immanuel war vielmehr der Sohn der 22 bxwährend das Kind bbv 2.22 als das Kind der Prophetin, seiner Frau, aus-gegeben wird. Folglich hatte Jesaia, so viel wir wissen, nur einen einzigenSohn, dessen Namen für die entfernte Zukunft Bedeutung haben sollte, nämlichScheLr-Jaschüb, und so kann die Stelle von den „Kindern" nicht seine Söhneinoolviren. Endlich, in wie fern sollte Jesaia selbst als Zeichen dienen?Etwa vermöge seines Namens? Aber dieser Name wird ja niemals allegorischgedeutet, und er theilte ihn mit vielen anderen untergeordneten Personen.
Beachtet man aber die Verdoppelung des Ausdruckes 2 ' 2 °>i 2 bi mnmb, sokann man den tieferen Sinn dieser Stelle nicht verkennen. Immanuel sollteAchas bloß als 2 m, „als Zeichen" dienen, d. h.: wenn dieses vorausverkündeteFactum eintreffen wird, so wird es die Gewähr in sich tragen, daß auch dievom Propheten vorausverkündete Rettung eintreffen wird (7, II. 14 fg.). Da-gegen wird der Gang des Propheten ohne Oberkleid ( 2 , 2 p) und barfuß zugleichals nswi nm bezeichnet (2U, 3—4). Als Wahrzeichen kann dieser Gang un-möglich angenommen werden, sondern lediglich als Vorbedeutung undVorbild. So wie Jesaia barfuß und unanständig einherging, so werden auchdie Gefangenen Aegyptens und Äthiopiens barfuß, und nackt von demassyrischen König deportirt werden. Nur dieser Sinn kann dieser Stelle zuGrunde liegen, new bedeutet also bei Jesaia Vorbild. Diese Bedeutungwird auch durch Ezechiel bestätigt (12, 6. 11): 202b g'222 2212 und
2VV p 'N'2'p 1LU2 222SI2 „Ich bin euer Vorbild, so wie ich gethan, sowird euch gethan werden". Ebenso das. 24, 24: ^22 2212b 22b bupiw 2>.n
vpri „Was er gethan, werdet auch ihr thun". 2212 bedeutet auch in einemHähern Sinn Vorbild, d. h. Muster, nach dem sich Andere richten (Zacharia 3, 8):7,22 2212 'vm '2 I'wb 2>2V'2 1'PII 22N. „Du und deine Genossen, denn siesind Männer des Vorbildes, Mustermänner". In diesem Sinn ist auch jenerVers zu verstehen: „Sieh', ich und die Kinder (oder Jünglinge), die mir Gottgegebeni) (oder zugesellt hat), sind zum Zeichen und Vorbild von Seiten des
*) Man stoße sich nicht an dem Verbum pi, das hier in Verbindung mitonb' gebraucht wird. Es wird auch von Personen gebraucht, wenn sie in einem