Reiht man die jesaianischen Verse an die Zacharianischen, so geben beide einenharmonischen Zusammenhang, und zwar mutz man jene an den Schluss vondiesen anreihen. Sie heben nämlich die Bekehrung Aegyptens hervor. SchonJesaia V. 17 deutet diese Bekehrung an, wenn man das Wort n-nb recht ver-steht. Es kann nur von -n — --n deriviren. bedeutet „zum Festwall-
ort". vbu bedeutet: Aegypten wird zu ihm, dem Orte, eilen sS. die zweifel-los richtige Interpretation des Satzes bei Luzzatto z. St.s. in dieser
Partie ist die Parallele zur andern 711:01 nx -rn. Zacharia 12, 10 spieltauf ein Factum an, das uns unbekannt ist, schwerlich auf den Tod des Pro-pheten Urija, nach Bunsen. mutz wohl emendirt werden in
und das darauffolgende cm scheint das Trümmerstück eines Mortes zu sein»Einen anderen Vorschlag macht der Vf. in den ümsnitativuesj.
III. Der Prophet Obadja.
Noch ist ein Wort über Obadja zu bemerken, den einige Ausleger bis zurZeit Joram's 889 Hinaufrücken, und andere bis zum Beginn der seleucidischenAera 312 hinabrückcn, jedenfalls consequenter als Ewald, der nach seinerZerstückelungsmanie einen Theil alt und einen Theil jung macht. Indessenist die Zeit eben so deutlich angegeben, wie die Einheit unverkennbar ist.Jbn Esra hat bereits Obadja in die unmittelbar nachexilische Zeit versetzt, was jadeutlich genug die Verse 10—17 voraussetzen; nu rpp- riw nr-vi erinnert
an die Hoffnung der Jdumäer, daß sie das Land in Besitz nehmen oder erbenwerden (Ezechiel 35, 10): cmrnn nv'ci.n rnriun -nv aurn un rinVers 20 obo'N' rn7- spricht ebenfalls deutlich vom Untergang Jerusalems undder „Auswanderung" eines Theils ihrer Bewohner nach i-wv. Dieser Namekann weder Spanien sein nach dem Targum, noch Bosporus nach Hieronymus,sondern mutz in Phönicien gesucht werden. Darauf führt der erste Halbversranr ip rvrpw spinrf mrn 7niv' ua? ruri brin das Subject gleich
bmn kann sich einfach auf einen Theil des judäischen Heeres beziehen, das nachder Einnahme Jerusalems und nach der Flucht Zedekia's sich zerstreut hatte.rn°» bedeutet nämlich nicht bloß zwangsweise Verbannung, sondern auch Halb-freiwillige Auswanderung. Vor Jerusalems Unglück sind viele Flücht-linge in die Nachbarländer gewandert und suchten sich da anzusiedeln. Vergl.Klage!. 1, 3 nur: .vurv cvvn u'.n cnop rnra uxv .-nii' Darauf
weist ja auch Obadja V. 14 vu rv-wnb ivpn bni. Judäische Flücht-
linge sind also auch nach Phönicien gekommen, ein Theil derselben hat sich bisrwir Sarepta und ein anderer Theil in iiro angesiedelt Man darf wohldafür inn emendiren, da Aradus eine phönicische Stadt war sVgl. jedochRiehm-Bäthgen s. v. Sepharadj. Vers 18, wo von -, 2 ,' nw die Rede ist,erschüttert keineswegs die Annahme von der nachexilischen Zeit Obadja's. Dennder darauffolgende Vers setzt doch unzweideutig voraus, daß Ephraim undSamaria nicht mehr existirt haben: nn pvum pinv niv nni onen .iiv vn ninuip^n. Es ist aber eine Prophezeiung, daß bei der zukünftigen Restaurationnicht bloß Juda, sondern auch das Haus Joseph's oder Ephraim oder dieZehnstämme wiederkehren werden. Gerade wie in der deuterojeremianischenPartie (Jeremia 50, 19): a'isn icwi bvio.n >ipii bn nn 'noav:
lew: poe-n u. a. St. Obadja prophezeite also unmittelbar nach dem Exil.Das Stück Jerem. 49, 7. 9. 10. 14 sg. ist aus Obadja entlehnt sUsber dasVerhältnis! Obadja's zu Jeremia vgl. die gründlichen Ausführungen Kuenen'sa. a. O. S. 351—354s. Denn es gehört nicht Jeremia an, sondern dem Autor