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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 1 (1902) Vom Tode des Königs Salomo bis zum babylonischen Exile (586)
Entstehung
Seite
393
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Allgemein wird zugegeben, daß Hosea, Amos und Josl^) zeitgenössichaufgetreten sind. Den Ersten setzt die Überschrift in die Zeit Usia's undJerobeam's II., und der Inhalt bestätigt die Zeit; denn der Bestand des HausesJehu wird vorausgesetzt (1, 4). Beim Zweiten, dessen Zeitgenossenschaft mitJerobeam II., durch 7, 10 fg. bestätigt ist, wird in der Ueberschrift noch näherangegeben, daß er zwei Jahre vor dem Erdbeben zur Zeit Usia's aufgetretenist. Das Factum des Erdbebens ist bestätigt durch Zacharia 14, 5. Auch ausdem Inhalt ergiebt sich, daß Amos ein Erdbeben verkündet hat (2, 13 fg.,3, 14 sg.). Indessen nur diese drei Kapitel stammen aus der Zeit vor demErdbeben, dagegen Kap. 4 und die folgenden aus der nachfolgenden Zeit.Denn V. 4, 11 spricht von der Zerstörung durch Erdbeben, wie von einerbereits der Vergangenheit angehörenden Thatsache. Auch 8, 8 und 9, 56spielen auf die Vorgänge während des Erdbebens au. Danach sind die That-sachen, welche in Amos vorausgesetzt werden, chronologisch zu verthsilen. Amosspricht aber auch von der Heuschrecken-Calamität, als bereits eingetroffen(4, 9), auch von der sie begleitenden Plage der Dürre und der Hungersnoth(4, 68p Man muß wohl beachten, daß der Refrain '»p orwlr uio (das. V. 6.8. 9. 10. II) deutlich genug zu erkennen giebt, daß hier durchgehends vonbereits vergangenen Factendie Rede ist; sämmtliche Verba in dieser Partiemüssen daher als Praeterita erklärt werden, wenn sie auch lheilweise die Futur-oder Jmperfect-Form haben. Die Heuschrecken-Calamität führt auf Joel,dessen Schrift ihr ganz gewidmet ist. Daraus ergiebt sich, daß Amos die Partievon Kap. 4 an nach Josl's Rede gehalten hat. Der erste Theil dagegen(Kap. 13) gehört der Zeit vor Josl an. Bestätigt wird diese Annahmedurch den Umstand, daß Josl bereits vom stattgefundenen Erdbeben und denes begleitenden Erscheinungen spricht (2, 10, 11). Vergl. darüber Programmdes jüd. theolog. Seminars von 1873. Dadurch und auch durch andere Momente(wovon später), ist die Gleichzeitigkeit von Joel und Amos erwiesen,aber in dem Verhältnis;, daß der Letztere seine erste Rede vor dem Ersterengesprochen. Folglich ist Josl 4, 16 ä:i n<r» ',m Amos entlehnt (1, 2) sSoauch Kuenen a. a. O. S. 330s. Was Hosea betrifft, so scheint er, obwohlgleichzeitig, später als beide gesprochen zu haben. Denn Hosea's zweiReden sind lediglich gegen den im Zehnstämmereich herrschenden Cultus desBaal gerichtet (2, 10. 15. 18), und er rügt auch die Verkehrtheit der Astarten-und Hammon-Bilder. Denn (3, 1) muß man statt o-mp 'v'vu w.iu, durchauslesen: rvivln (s. o. S. 88, N. 2) sJn den Lmsuctatinnss setzt der Vf.

«in Fragezeichen hinter seinen Vorschlags. Amos dagegen, welcher größtentheilsgegen die Verirrungen und Laster des Zehnstämmereichs spricht, hat nicht eineinziges Wort der Rüge gegen den Baal-Cultus. Er spricht lediglich gegenden Stier-Cultus in Bethel (3, 14; 4, 4; 5, 4), auch gegen denselben Cultusin Dan (8, 14), und gegen das Sündenbild in Samaria (das. rmc'n), aberdurchaus nicht gegen Baal. Selbst wenn in V 5,26 eine Anspielung aufGötzenthum liegen sollte, was noch nicht ausgemacht ist, würde sie noch mehr

*) ssUeber die Zeit Josl's gehen die Meinungen der neueren Exegetenhimmelweit auseinander. Sie schwanken um nahezu ein halbes Jahrtausend.Während die Einen den Propheten für einen Zeitgenossen Nehabeam's halten,wollen ihn die Anderen in die persische Zeit hinter Maleachi setzen. Vgl. dasNähere bei Kuenen, hist. krit. Einl. in die Bücher des Alt. Test. Dtsch v.Müller. II (1892), S. 325 f. Strack, Einl. in d. A. T., 5. Aust. (1898),S. 99 sf.s.